<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:georss="http://www.georss.org/georss" xmlns:geo="http://www.w3.org/2003/01/geo/wgs84_pos#" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"
	>

<channel>
	<title>Haltung statt Posen</title>
	<atom:link href="http://haltungstattposen.wordpress.com/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://haltungstattposen.wordpress.com</link>
	<description>Alltag. Feminismus. Konsum. Arbeitskultur. Selbstgemachtes.</description>
	<lastBuildDate>Tue, 10 Jan 2012 12:07:31 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.com/</generator>
<cloud domain='haltungstattposen.wordpress.com' port='80' path='/?rsscloud=notify' registerProcedure='' protocol='http-post' />
<image>
		<url>http://s2.wp.com/i/buttonw-com.png</url>
		<title>Haltung statt Posen</title>
		<link>http://haltungstattposen.wordpress.com</link>
	</image>
	<atom:link rel="search" type="application/opensearchdescription+xml" href="http://haltungstattposen.wordpress.com/osd.xml" title="Haltung statt Posen" />
	<atom:link rel='hub' href='http://haltungstattposen.wordpress.com/?pushpress=hub'/>
		<item>
		<title>2012 weniger essen? Laaangweilig!</title>
		<link>http://haltungstattposen.wordpress.com/2012/01/09/2012-weniger-essen-laaangweilig/</link>
		<comments>http://haltungstattposen.wordpress.com/2012/01/09/2012-weniger-essen-laaangweilig/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 17:59:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Diäten]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrgeiz]]></category>
		<category><![CDATA[Gute Vorsätze]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://haltungstattposen.wordpress.com/?p=710</guid>
		<description><![CDATA[(Diese Kolumne erschien zuerst in der Taz vom 2. Januar.) Jetzt sind sie wieder da, die Abnehmvorsätze. Wie jedes Jahr. Immer wieder die gleichen ganz und gar unerfreulichen Szenen: Freundinnen und manchmal auch nur entfernte Bekannte kneifen sich in den Hüftspeck oder klopfen auf gewölbte Bäuche und erzählen, es müsse in den kommenden Wochen kürzergetreten [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=710&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>(Diese Kolumne erschien zuerst in der </em><a href="http://taz.de/Kolumne-Die-Farbe-Lila/!84735/" target="_blank">Taz</a><em><a href="http://taz.de/Kolumne-Die-Farbe-Lila/!84735/" target="_blank"> vom 2. Januar</a>.)</em></p>
<p style="text-align:justify;">Jetzt sind sie wieder da, die Abnehmvorsätze. Wie jedes Jahr. Immer wieder die gleichen ganz und gar unerfreulichen Szenen: Freundinnen und manchmal auch nur entfernte Bekannte <strong>kneifen sich in den Hüftspeck</strong> oder klopfen auf gewölbte Bäuche und erzählen, es müsse in den kommenden Wochen kürzergetreten werden. Ich versuche dann mitfühlend zu schauen, aber meistens gelingt es mir nicht. Ich will mit diesem Quatsch einfach nur in Ruhe gelassen werden, und ich fürchte, das merkt man mir an.</p>
<p style="text-align:justify;">Allein schon gute Vorsätze nerven, weil jeder weiß, dass sie doch nicht eingehalten werden. Und Diätpläne nerven noch mal extra, weil ihre Existenz bedeutet, dass wieder eine Frau im neuen Jahr ihre <strong>Zeit und Energie aufs Abnehmen und Schönsein verschwendet</strong>. Ich wünschte, auch nur drei Frauen würden mir von ihrem guten Vorsatz erzählen, sich endlich besser durchzusetzen, sich politisch zu engagieren oder vom Chef mehr Geld zu fordern. Stattdessen: Zwei Kilo weniger, öfter zum Sport, weniger Zucker und Alkohol. Laaaangweilig!</p>
<p style="text-align:justify;">Dabei sind Frauen nicht weniger ehrgeizig als Männer, auch wenn gern so getan wird. Allgemein wird von Frauen Bescheidenheit erwartet und Ehrgeiz wird oft mit giftigen Sprüchen – von Männern wie von Frauen oder sogar: vor allem von Frauen – kommentiert. Eine Frau, die offen zugibt, erfolgreich sein zu wollen, Macht haben zu wollen, einen gut bezahlten Job mit Einfluss, ist vielen Menschen immer noch suspekt. <strong>Mannweibalarm.</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Die meisten Frauen sagen deshalb gern, Macht und Ehrgeiz seien nicht erstrebenswert, ja sie gehen noch weiter und behaupten, beides versaue den Charakter. Nur lässt sich so eine natürliche Regung nicht einfach wegreden. Wohin also damit? Da Frauen vor allem immer noch an ihrem Äußeren gemessen werden und sich selbst gegenseitig daran messen, stecken viel zu viele ihren verleugneten Ehrgeiz in Figur und Aussehen. Sie planen Diäten so akribisch wie Männer ihre nächsten Karriereschritte. Sie stecken so viel Geld in Kosmetikprodukte, wie Männer für Statussymbole ausgeben, und verbringen so viel Zeit mit ihrer Körper- wie Männer mit der Kontaktpflege.</p>
<p style="text-align:justify;">Es geht ihnen immer wieder darum, sich zu optimieren und sich &#8222;im Griff&#8220; zu haben, unter Kontrolle. Bloß nicht zu viel essen!</p>
<p style="text-align:justify;">Zwischendurch darf zwar auch mal mit ein paar Plätzchen &#8222;gesündigt&#8220; werden, aber dann bitte auch baldmöglichst die Weihnachtskilos wieder abstrampeln! Diese Optimierungssucht, den ständigen Drang, die Dinge verändern und verbessern zu können, ließe sich ziemlich gut und selbstbewusstseinsfördernd in anderen Bereichen, im Beruf, in der Politik oder im Vereinsleben einbringen. Der Kampf gegen noch so jede kleine &#8222;Problemzone&#8220; des eigenen Körpers führt dagegen einfach nur zu <strong>Essstörungen. Und zu Selbsthass.</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Während der Weihnachtsfeiertage blätterte ich mit meiner Mutter durch alte Fotoalben. Mama im knappen Kleid in den Sechzigern, Mama am Strand in den Siebzigern, Mama in Röhrenjeans in den Achtzigern. Sie sah die Bilder an und sagte: &#8222;Mann, sah ich gut aus. Wenn ich daran denke, wie oft ich mich zu dick fand, wie viele Diäten ich im Laufe der Jahre gemacht habe. Was für eine Zeitverschwendung!&#8220;<br />
<strong>Kluge Mutter.</strong><br />
Schönes Neues!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/710/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/710/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/haltungstattposen.wordpress.com/710/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/haltungstattposen.wordpress.com/710/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/haltungstattposen.wordpress.com/710/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/haltungstattposen.wordpress.com/710/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/haltungstattposen.wordpress.com/710/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/haltungstattposen.wordpress.com/710/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/haltungstattposen.wordpress.com/710/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/haltungstattposen.wordpress.com/710/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/haltungstattposen.wordpress.com/710/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/haltungstattposen.wordpress.com/710/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/haltungstattposen.wordpress.com/710/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/haltungstattposen.wordpress.com/710/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=710&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://haltungstattposen.wordpress.com/2012/01/09/2012-weniger-essen-laaangweilig/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
	
		<media:content url="" medium="image">
			<media:title type="html">haltungstattposen</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Die lustigste Frau Deutschlands</title>
		<link>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/12/06/die-lustigste-frau-deutschlands/</link>
		<comments>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/12/06/die-lustigste-frau-deutschlands/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 11:58:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Betreuungsgeld]]></category>
		<category><![CDATA[Ehegattensplitting]]></category>
		<category><![CDATA[Emanzipation]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenleben]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://haltungstattposen.wordpress.com/?p=704</guid>
		<description><![CDATA[(Kolumne ursprünglich erschienen in der Taz vom 5. Dezember) Seit Tagen liege ich als Matsch im Bett und warte darauf, gesund zu werden. Gestern ging es endlich bergauf, denn ich hatte unterhaltsame Lektüre: Den Vorschaukatalog des Piper-Verlags, in dem für April Kristina Schröders erstes Buch angekündigt wird. &#8222;Danke, emanzipiert sind wir selber!&#8220; heißt es. Sollte [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=704&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>(Kolumne ursprünglich erschienen in der <a href="http://taz.de/Kolumne-Die-Farbe-Lila/!83058/" target="_blank">Taz vom 5. Dezember</a>)</em></p>
<p style="text-align:justify;">Seit Tagen liege ich als Matsch im Bett und warte darauf, gesund zu werden. Gestern ging es endlich bergauf, denn ich hatte unterhaltsame Lektüre: Den Vorschaukatalog des Piper-Verlags, in dem für April Kristina Schröders erstes Buch angekündigt wird. <strong>&#8222;Danke, emanzipiert sind wir selber!&#8220;</strong> heißt es. Sollte ich im April wieder krank sein, werde ich es mir kaufen; man hört doch ständig, Lachen sei die beste Medizin.</p>
<p style="text-align:justify;">Schon der Vorschautext bringt das Zwerchfell zum Vibrieren: &#8222;Frauen sollen endlich frei entscheiden können, wie sie leben wollen&#8220;, steht dort. Angesichts ihres bisherigen Versagens im Kampf gegen fehlende Krippenplätze, unflexible Unternehmen und den deutschen Muttermythos ist dieser Satz von unserer Familien- und Frauenministerin schon reichlich &#8211; nun ja: interessant.</p>
<p style="text-align:justify;">Klar sollen wir Frauen uns endlich frei entscheiden können. Nur: Was hat Schröder damit zu tun? Und dann gehts los. Erst mal schön provozieren, damit sich die 50.000 Bücher der ersten Auflage zackig verkaufen: &#8222;Feministinnen wie Alice Schwarzer und Strukturkonservative wie Eva Herman haben eines gemeinsam: Sie wissen genau, wie <strong>das richtige Frauenleben</strong> auszusehen hat. ,Hört auf damit!&#8217;, sagt Kristina Schröder. &#8222;Wir brauchen keine Rollendiktate.&#8217;&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Mal kurz nachdenken: Welches Frauenleben subventioniert die Politik noch mal? Es gibt das Ehegattensplitting und es soll in Zukunft hundert Euro Begrüßungs-, ach nein, Betreuungsgeld für Frauen geben, die für den Nachwuchs ihren Job aufgeben. Oder aufgeben müssen, weil das Kind, leider leider, keinen Betreuungsplatz bekommen hat oder weil der Platz mehr kostet als über eine Teilzeitstelle finanzierbar wäre.</p>
<p style="text-align:justify;">Hm, eigentlich wären das doch auch Baustellen für eine Familienministerin. Vielleicht führt ja Schröders Biografie zu mehr Empathie? Die Werbung für ihr Buch macht klar: <strong>Nö.</strong> &#8222;Kristina Schröder hat Karriere gemacht und gerade ein Kind bekommen. Steht sie deshalb für ein Leitbild, an dem junge Frauen sich orientieren sollen? Nein, sagt sie, die Frauen von heute brauchen keine Leitbilder!&#8220;</p>
<p style="text-align:justify;">Na gut, verrät uns wieder niemand, wie das mit Kind, Job, Liebe und Leben eigentlich hinhauen soll, erst recht nicht die zuständige Ministerin. Und, ähem, ich fände ein paar neue Leitbilder eigentlich ganz schön. Das einzige momentane Leitbild, die deutsche Supermutter, geht mir nämlich gewaltig auf die Nerven.</p>
<p style="text-align:justify;">Am Ende des Piper-Vorschautextes suchte ich vergebens nach einem Ironie-Hinweis und wartete kurz, ob sich so etwas wie Verstehen bei mir einstellen wollte. Vielmehr musste ich lachen. Es ist ja auch zu absurd: Die meint das ernst. Klar, die meint ja auch die Herdprämie ernst. Ein Wort, bei dem ich immer nur mit dem Kopf auf die Tischplatte hauen möchte &#8211; was allerdings meinen gesundheitlichen Zustand eher verschlechtern würde. Und daran habe gerade kein Interesse.</p>
<p style="text-align:justify;">Also lache ich lieber weiter und wünsche mir ganz ganz fest, dass Schröders Wahlfreiheit auch mich ereilt, vielleicht in Gestalt einer Zusage für einen Krippenplatz. <strong>Möglicherweise hilft Wünschen</strong> doch. Ist ja bald Weihnachten.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/704/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/704/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/haltungstattposen.wordpress.com/704/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/haltungstattposen.wordpress.com/704/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/haltungstattposen.wordpress.com/704/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/haltungstattposen.wordpress.com/704/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/haltungstattposen.wordpress.com/704/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/haltungstattposen.wordpress.com/704/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/haltungstattposen.wordpress.com/704/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/haltungstattposen.wordpress.com/704/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/haltungstattposen.wordpress.com/704/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/haltungstattposen.wordpress.com/704/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/haltungstattposen.wordpress.com/704/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/haltungstattposen.wordpress.com/704/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=704&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/12/06/die-lustigste-frau-deutschlands/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
	
		<media:content url="" medium="image">
			<media:title type="html">haltungstattposen</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Die deutsche Mutter</title>
		<link>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/11/09/die-deutsche-mutter/</link>
		<comments>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/11/09/die-deutsche-mutter/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 17:04:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://haltungstattposen.wordpress.com/?p=687</guid>
		<description><![CDATA[(Kolumne ursprünglich erschienen in der Taz vom 7. November) Noch drei Wochen, dann ist meine Elternzeit um. Endlich. Und: Leider. Es waren sieben tolle Monate mit dem Kind. Es waren aber auch sieben anstrengende und langweilige Monate, immer nur mit dem Kind. Das zuzugeben ist nicht ganz einfach. Nicht selten verstummen nette Plaudereien, wenn ich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=687&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>(Kolumne ursprünglich erschienen in der <a href="http://taz.de/Kolumne-Die-Farbe-Lila/!81349/" target="_blank">Taz vom 7. November</a>)</em></p>
<p style="text-align:justify;">Noch drei Wochen, dann ist meine Elternzeit um. Endlich. Und: Leider. Es waren sieben tolle Monate mit dem Kind. Es waren aber auch sieben anstrengende und langweilige Monate, immer nur mit dem Kind.</p>
<p style="text-align:justify;">Das zuzugeben ist nicht ganz einfach. Nicht selten verstummen nette Plaudereien, wenn ich gefragt werde, wie mir die Elternzeit gefalle. Sobald ich die Wahrheit sage, nämlich dass ich nie zuvor meinen Job so vermisst habe, wird so manches Gegenüber recht schmallippig.</p>
<p style="text-align:justify;">Anfangs irritierten mich die Reaktionen auf meine Elternzeit. Die gut gemeinten Ratschläge: Ich solle doch erst mal schauen, wie es mit Kind so läuft. Oder die Vermutung, ich würde mich nach so kurzer Zeit sowieso nicht von dem Kind trennen können. Und immer wieder die erstaunte Nachfrage: &#8222;Nur <strong>sieben Monate?</strong>&#8220; Der Mann dagegen bekam zu hören: &#8222;Was? <strong>Sieben Monate!</strong>&#8220; Und: &#8222;Warum das denn?&#8220; Oder: &#8222;Wo fahrt ihr hin?&#8220; Ich habe noch nicht davon gehört, dass die Aufteilung 12/2 Monate zu ähnlich irritierten Reaktionen geführt hätte.</p>
<p style="text-align:justify;">Die gebe es deshalb, sagte die Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken vor ein paar Tagen in einer Podiumsdiskussion, weil wir in Deutschland ganz spezielle Rollenbilder pflegten: Nirgendwo sonst sei das Frausein so stark mit dem Muttersein und das Mannsein so eng mit der Berufstätigkeit verbunden. Eine richtige Mutter kümmert sich um die Bedürfnisse des Kindes, ein richtiger Mann schaut, dass er die Familie ernähren kann.</p>
<p style="text-align:justify;">Dabei höre ich von vielen noch kinderlosen Frauen, dass sie sich die Sache mit der Familie eigentlich ganz gern mit dem Mann teilen wollen. Sobald das Kind da ist, setzt eine Art <strong>kulturelle Gehirnwäsche</strong> ein. Plötzlich geht es nur noch um die Mutter.</p>
<p style="text-align:justify;">Ja, auch ich habe mich die ersten Wochen nach der Geburt des Kindes ständig gefragt, ob ich eine gute Mutter bin. Die Gesellschaft stellt an eine &#8222;gute&#8220; Mutter detaillierte und vor allem unerfüllbare Anforderungen: Sie muss natürlich das Kind an die erste Stelle setzen, <strong>eine egoistische Mutter geht gar nicht</strong>. Sie muss &#8222;fühlen&#8220;, was das Kind braucht und will. Sie muss ihre Mütterlichkeit entdecken und pflegen.</p>
<p style="text-align:justify;">&#8222;Wieso wird von dir nicht erwartet, dass du so was wie Väterlichkeit an den Tag legst?&#8220;, frage ich den Mann genervt.<br />
&#8222;Was soll denn bitte Väterlichkeit sein?&#8220;, fragt der Mann zurück.<br />
&#8222;Eben&#8220;, sage ich.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich habe aber nicht vor, das Muttersein zu neuer Perfektion zu führen, und genauso wenig habe ich vor, dem Vater meines Kindes zu beweisen, dass ich als Frau das sowieso alles besser kann. Mich plagt keinerlei Ehrgeiz, was das Muttersein betrifft; ich erwarte von mir nichts anderes als das, was ich vom Mann erwarte: dass wir unsere Kinder lieben, ihnen zuhören, ein Zuhause geben. Mehr gestatte ich auch der Gesellschaft nicht, von mir zu erwarten.</p>
<p style="text-align:justify;">Ob wir glauben, das Kind brauche für eine schöne Kindheit vor allem seine Mutter oder so viele Menschen wie möglich, sehe ich als absolute Privatsache. Und es wäre mir sehr recht, wenn mir nicht dauernd alle ungefragt erklären, wie sie das so sehen mit dem Muttersein und mir. Wenn sie selbst <strong>Glück</strong> haben, geht ihnen dann auch niemand auf den Senkel mit absurden Vorstellungen von einer &#8222;guten&#8220; Mutter.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/687/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/687/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/haltungstattposen.wordpress.com/687/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/haltungstattposen.wordpress.com/687/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/haltungstattposen.wordpress.com/687/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/haltungstattposen.wordpress.com/687/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/haltungstattposen.wordpress.com/687/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/haltungstattposen.wordpress.com/687/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/haltungstattposen.wordpress.com/687/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/haltungstattposen.wordpress.com/687/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/haltungstattposen.wordpress.com/687/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/haltungstattposen.wordpress.com/687/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/haltungstattposen.wordpress.com/687/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/haltungstattposen.wordpress.com/687/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=687&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/11/09/die-deutsche-mutter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
	
		<media:content url="" medium="image">
			<media:title type="html">haltungstattposen</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Mit den Waffen einer Frau</title>
		<link>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/10/14/mit-den-waffen-einer-frau/</link>
		<comments>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/10/14/mit-den-waffen-einer-frau/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 16:58:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Büroschick]]></category>
		<category><![CDATA[Catherine Hakim]]></category>
		<category><![CDATA[frau_lila]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschlafen]]></category>
		<category><![CDATA[Lysistrata]]></category>
		<category><![CDATA[Sex als Waffe]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://haltungstattposen.wordpress.com/?p=682</guid>
		<description><![CDATA[(Kolumne ursprünglich erschienen in der Taz vom 10. Oktober) Ich blätterte durch den Stern und wurde von einer Überschrift angesprungen: &#8222;Frauen sollten sich nach oben schlafen, warum nicht?&#8220;, fragte die britische Soziologin und Feministin Catherine Hakim. Sie hat das Buch &#8222;Erotisches Kapital. Das Geheimnis erfolgreicher Menschen&#8220; geschrieben. Ich fragte mich, wieso denn ein Chef eine [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=682&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>(Kolumne ursprünglich erschienen in der <a href="http://taz.de/Kolumne-Die-Farbe-Lila/!79578/" target="_blank">Taz vom 10. Oktober</a>)</em></p>
<p style="text-align:justify;">Ich blätterte durch den <em>Stern </em>und wurde von einer Überschrift angesprungen: &#8222;Frauen sollten sich nach oben schlafen, warum nicht?&#8220;, fragte die britische Soziologin und Feministin Catherine Hakim. Sie hat das Buch &#8222;Erotisches Kapital. Das Geheimnis erfolgreicher Menschen&#8220; geschrieben.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich fragte mich, wieso denn ein Chef eine Mitarbeiterin befördern sollte, weil sie mit ihm in die Kiste steigt? Vielmehr hat sie doch anschließend das &#8222;Betthase&#8220; quasi als Goldkettchen um den Hals hängen. Ich rang mich durch, mehr als die Überschrift des Interviews zu lesen, und siehe da, mit dem &#8222;Hochschlafen&#8220; ist weniger das berufliche als ein soziales Hochschlafen gemeint, sprich: Frau oder Mann sucht sich jemand Bessergestelltes aus, für Sex, Liebe, Ehe usw. und klettert die soziale Leiter ein Stückchen nach oben.</p>
<p style="text-align:justify;">Und Hakims &#8222;erotisches Kapital&#8220; ist eine Irgendwie-Mischung aus Sex-Appeal, Schönheit und sozialer Attraktivität und kein konkreter Minirock zwecks Sex mit dem Chef. So blieb das <em>Stern</em>-Interview enttäuschend weit hinter der spektakulären Überschrift zurück.</p>
<p style="text-align:justify;">Sex als feministisches Handwerkszeug kennt man seit Lysistrata, und die Frauen eines südtürkischen Dorfes machten es ihr nach und damit Schlagzeilen, als sie in den Sexstreik traten, um ihre Männer zu zwingen, einen neuen Brunnen zu graben. Die alte Wasserquelle war ausgetrocknet und die Frauen mussten täglich mehrere Stunden zur nächsten laufen.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Sexstreik wirkte, sie bekamen ihren Brunnen. Nur ist Sex als Waffe immer auch das Eingeständnis, keine anderen Waffen zu besitzen. Wer im Job allein auf &#8222;erotisches Kapital&#8220; setzt, demonstriert gut sichtbar für alle Beteiligten, dass es wohl an anderer Stelle hapert mit dem Kapital.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Land des Angela-Merkel-Hosenanzug-Schicks ist es ja für Frauen schon ohne den Willen zum Sex mit Vorgesetzten schwer genug, &#8222;Weiblichkeit&#8220; und Professionalität gemeinsam mit zur Arbeit zu nehmen. Ein hübsches Kleid an einem hübschen Körper bringt vielleicht Aufmerksamkeit, aber keine Autorität &#8211; alles Schöne, Weiche, Leichte hat es in deutschen Management-Etagen schwer. Catherine Hakim sagt es selbst: Dort gebe es &#8222;eher hoch qualifizierte, aber unattraktive Bewerberinnen&#8220;. Weniger attraktive Frauen würden &#8222;als maskuliner, entschlussfreudiger, weniger gefühlsbetont angesehen&#8220;.</p>
<p style="text-align:justify;">Scheint ein ziemlich deutsches Problem zu sein, denn welcher Franzose würde die Durchsetzungsfähigkeit eleganter Frauen wie Christine Lagarde oder Ségolène Royal bezweifeln? Hierzulande sind Medien und politische Gegner ja schon mit der spröden Schönheit einer Sahra Wagenknecht überfordert.</p>
<p style="text-align:justify;">Deutschlands Top-Etagen sind eben immer noch geschlossene Systeme und pflegen ein eintöniges Ideal ihrer Leistungsträger, sie sind vor allem: weiß und männlich. Frauen können sich darin noch so sehr ihres &#8222;erotischen Kapitals&#8220; ermächtigen, sie würden dadurch ja doch nur &#8222;weiblicher, unentschlossener, gefühlsbetonter&#8220; wirken.</p>
<p style="text-align:justify;">Nach den bestehenden Spielregeln würde es in Hinblick auf Macht und hohes Einkommen eher etwas nützen, sich mit dem Kajalstift anstatt einen fein geschwungenen Lidstrich einen ordentlichen Schnurrbart aufzumalen, vielleicht noch eine Socke in der Unterhose zu versenken und als Mann zum nächsten Vorstellungsgespräch zu erscheinen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/682/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/682/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/haltungstattposen.wordpress.com/682/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/haltungstattposen.wordpress.com/682/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/haltungstattposen.wordpress.com/682/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/haltungstattposen.wordpress.com/682/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/haltungstattposen.wordpress.com/682/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/haltungstattposen.wordpress.com/682/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/haltungstattposen.wordpress.com/682/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/haltungstattposen.wordpress.com/682/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/haltungstattposen.wordpress.com/682/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/haltungstattposen.wordpress.com/682/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/haltungstattposen.wordpress.com/682/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/haltungstattposen.wordpress.com/682/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=682&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/10/14/mit-den-waffen-einer-frau/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="" medium="image">
			<media:title type="html">haltungstattposen</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Anstiftung zum Babyzeugshoppingboykott</title>
		<link>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/09/16/anstiftung-zum-babyzeugshoppingboykott/</link>
		<comments>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/09/16/anstiftung-zum-babyzeugshoppingboykott/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 14:53:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konsumkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstgemachtes]]></category>
		<category><![CDATA[Babyklamotten]]></category>
		<category><![CDATA[Babyzeug]]></category>
		<category><![CDATA[Konsumboykott]]></category>
		<category><![CDATA[Lotta Jansdotter]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://haltungstattposen.wordpress.com/?p=653</guid>
		<description><![CDATA[Konsumtechnisch gesehen ist so ein Baby eine interessante Erfahrung. Denn auch wenn man sich persönlich aus der Shoppinghölle ziemlich gut heraushalten kann, braucht ein Kind einfach ein paar Dinge. Vieles, sehr vieles kann man sich zusammenleihen, solange man nicht im eigenen Umfeld die oder der Allererste  mit Nachwuchs ist. Ich bin großer Fan des Leihens [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=653&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Konsumtechnisch gesehen ist so ein Baby eine interessante Erfahrung. Denn auch wenn man sich persönlich aus der Shoppinghölle ziemlich gut heraushalten kann, braucht ein Kind einfach ein paar Dinge.</p>
<p style="text-align:justify;">Vieles, sehr vieles kann man sich zusammenleihen, solange man nicht im eigenen Umfeld die oder der Allererste  mit Nachwuchs ist. Ich bin großer Fan des Leihens geworden. Nicht nur Klamotten scheinen innerhalb von Tagen kleiner zu werden, auch Wippen, Spielwiesen, Schaukeln, Tragetücher und -taschen, Stubenwagen und all der Kram sind beim Baby manchmal schneller out als man &#8222;Na, isses schön?&#8220; fragen kann.</p>
<p style="text-align:justify;">Trotzdem bleiben noch mindestens genauso viele Sachen übrig, die man dann doch kaufen muss. Nie in meinem Leben musste ich fast wöchentlich so viele Kaufentscheidungen treffen: Welche Schnuller? Welche Fläschchen? Sterilisator? Fieberthermometer für oben oder unten? Reichen tausend Spucktücher oder brauchen wir doch eher zweitausend (neinnein, es sind vielleicht 15, aber wow spuckt so ein Kind viel rum!)? Und dann natürlich immer wieder die leidliche Frage: <a href="http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/05/27/die-farbe-rosa/">Wieso zur Hölle muss alles entweder plüsch- (Mädchen) oder armee- (Junge) farben sein?</a></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-675" title="tag blankie" src="http://haltungstattposen.files.wordpress.com/2011/09/tagblankie1.jpg?w=500&#038;h=332" alt="" width="500" height="332" /></p>
<p><span style="color:#888888;">(Das <em>tag blankie</em> – ein zweilagiges Knautschtüchlein, in dessen Außennaht jede Menge Schlaufen aus Seidengeschenkband eingenäht werden. Lotta Jansdotter schreibt: &#8222;It is a rather brilliant item, since it seems that babies love to suck on shiny ribbon tags.&#8220; Stimmt. Plus: Kind übt fein Greifen.)</span></p>
<p style="text-align:justify;">Was ich deswegen wirklich noch mal ganz neu entdeckt habe: Nähen. Ein Baby zu benähen, hat so unendlich viele Vorteile, also vor allem vier:</p>
<ul style="text-align:justify;">
<li>Es geht so unfassbar schnell, denn die Sachen sind ja meist keine Designerstücke mit aufwändigen Verzierungen und Schnacks, sondern schlichter Kram aus zwei, drei Teilen, in die man zum Schluss noch ein paar Druckknöpfe haut.</li>
<li>Deswegen kann man meistens auch nur wenig falsch machen – perfekt auch für jemanden, der gerade erst anfängt zu nähen und für Tage, an denen man vor Müdigkeit keine zwei Gedanken aneinandergereiht bekommt. Zwei Stoffteile aufeinandernähen geht dagegen immer.</li>
<li>Weil alles so klein ist, ist das Zeug auch billig. Man kauft einen Meter tollen Stoff und kann daraus Kleid, Hose, Sabberlatz und vier Dreieckstücher nahen. Und noch einen Bettbezug.</li>
<li>Es ist plötzlich ganz einfach, dem Kind wirklich nettes Zeug anziehen zu können. Sachen ohne Bärchen, Rüschen, Lillifee. Sowas im Laden für wenig Geld zu finden, ist nämlich fast unmöglich.</li>
</ul>
<p style="text-align:justify;">Außerdem kann so eine Elternzeit auch schnarchlangweilig werden, wenn das Kind gern allein spielt oder viel schläft. Und es ist sehr schön, ab und zu etwas zu tun, das man auch ein paar Stunden später noch sehen kann. Füttern, Spielen, Wickeln, Aufräumen füllen zwar gern mal ganze Tage aus, aber stehen halt zwangslaufig alle paar Stunden wieder neu auf dem Plan, ohne dass davon irgendetwas &#8222;da&#8220; bleiben würde, was man immer wieder stolz anschauen kann. (Klar, auch die dickgefütterten Bäckchen des Nachwuchses schaut man sich gerne und stolz immer wieder an, aber ihr wisst schon.)</p>
<p style="text-align:justify;">So rattert hier also fast taglich die Nähmaschine. So oft, dass dem Kind der mordsmäßige Krach, den meine olle Maschine macht, mittlerweile sogar beim Schlafen wurscht ist. Während das Kind schlummert oder spielt, produziere ich Laken, Deckenbezüge, Täschchen, einen Betthimmel, Schnullerbänder. Und vor einigen Wochen habe ich mir ein 1a-Buch gekauft, durch das ich mich jetzt Projekt für Projekt durchstichle: <a href="http://www.amazon.de/Lotta-Jansdotters-Simple-Sewing-Baby/dp/0811865487#reader_0811865487" target="_blank">&#8222;Simple Sewing for Baby&#8220;</a> von Lotta Jansdotter. Die Schnitte im Buch bestechen durch schönes klares Design, sie ist halt Schwedin.</p>
<p style="text-align:justify;">Noch vor der Geburt meiner Tochter hatte ich ihr Lotta Jansdotters Pucksack genäht, die Anleitung dafür gab es <a href="http://blog.craftzine.com/archive/2009/05/craft_pattern_podcast_snuggler.html" target="_blank">online im <em>Craftzine</em>-Blog</a>. Mittlerweile hat das Kind ein ganzes Bataillon Dreieckstücher (bei denen ich mich früher immer fragte, warum Eltern ihren Kindern diese Teile umbinden, fand ich absolut unschick – aber wenn so ein Kind erst mal drei Monate alt ist und ohne Unterlass &#8222;pwwwwww&#8220; mit Sabbersprotzeinlage spielt, wird einem der Sinn dieser Tücher schnell klar), ein <em>tag blankie</em> und Lätzchen aus dem Buch.</p>
<p style="text-align:justify;">Seitdem ist mein Shoppinggleichgewicht wieder hergestellt. Manches Zeug muss eben einfach gekauft werden, anderes wird selbstgenäht. Und so kriegt das Kind Komplimente für lustige Sabbertücher und die Muddi ist zufrieden, weil sie was produzieren kann. Und damit die Babykonsumindustrie keinen Schaden an Menschen wie mir nimmt, könnte sie doch gut und gerne neben Schwangerenyoga und Geburtsvorbereitung auch Handarbeitskurse für Eltern anbieten.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/653/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/653/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/haltungstattposen.wordpress.com/653/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/haltungstattposen.wordpress.com/653/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/haltungstattposen.wordpress.com/653/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/haltungstattposen.wordpress.com/653/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/haltungstattposen.wordpress.com/653/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/haltungstattposen.wordpress.com/653/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/haltungstattposen.wordpress.com/653/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/haltungstattposen.wordpress.com/653/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/haltungstattposen.wordpress.com/653/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/haltungstattposen.wordpress.com/653/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/haltungstattposen.wordpress.com/653/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/haltungstattposen.wordpress.com/653/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=653&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/09/16/anstiftung-zum-babyzeugshoppingboykott/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
	
		<media:content url="" medium="image">
			<media:title type="html">haltungstattposen</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://haltungstattposen.files.wordpress.com/2011/09/tagblankie1.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">tag blankie</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Dies ist keine Pipi-Kacka-Geschichte</title>
		<link>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/08/18/dies-ist-keine-pipi-kacka-geschichte/</link>
		<comments>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/08/18/dies-ist-keine-pipi-kacka-geschichte/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 12:23:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[back-to-nature]]></category>
		<category><![CDATA[windelfrei]]></category>
		<category><![CDATA[Windeln]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://haltungstattposen.wordpress.com/?p=649</guid>
		<description><![CDATA[(Kolumne ursprünglich erschienen in der Taz vom 15. August) Keine Pipi-Kacka-Geschichten!, lautet die grundlegende Konversationsregel, die ich mir vor der Geburt des Kindes verordnete. Trotzdem muss das Thema Windeln auf den Tisch. Beziehungsweise das Thema: keine Windeln. Bevor das Kind bei uns einzog, haben wir kurz mal darüber nachgedacht, ob wir es in Baumwollwindeln kleiden [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=649&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>(Kolumne ursprünglich erschienen in der <a href="http://www.taz.de/Kolumne-Die-Farbe-Lila/!76255/" target="_blank">Taz vom 15. August</a>)</em></p>
<p style="text-align:justify;">Keine Pipi-Kacka-Geschichten!, lautet die grundlegende Konversationsregel, die ich mir vor der Geburt des Kindes verordnete. Trotzdem muss das Thema Windeln auf den Tisch. Beziehungsweise das Thema: keine Windeln.</p>
<p style="text-align:justify;">Bevor das Kind bei uns einzog, haben wir kurz mal darüber nachgedacht, ob wir es in Baumwollwindeln kleiden sollten. Es erschien uns ökologischer Wahnsinn, zwei Jahre lang jeden Tag fünf bis sieben Windeln in den Müll zu werfen. Aber dann fanden wir heraus, dass auch das ganze Gewasche der Baumwollwindeln nicht so viel umweltfreundlicher ist. Und fanden gleichzeitig die Aussicht wenig attraktiv, täglich mit vollgekackter Baumwolle zu hantieren. Damit waren die Baumwollwindeln aus dem Rennen.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Onlinebücherladen begegnete mir die Superökolösung: das Buch &#8222;Es geht auch ohne Windeln! Der sanfte Weg zur natürlichen Babypflege&#8220;. Ich las dem Mann die Inhaltsangabe des Buches vor und wir lachten uns gemeinsam kaputt. Funktionieren soll das Ganze nämlich so: Man müsse sein Kind nur genau genug beobachten, dann würden einem veränderte Mimik und Quietschlaute auffallen, die es immer dann mache, bevor es ein kleines oder großes Geschäft abschließe. In diesem Falle halte man das Kind geschwind über die Toilettenschüssel &#8211; und spare sich also so die Windel.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich versuchte mir die vergangenen drei Monate meines Lebens vorzustellen: vor dem Kind hockend, unablässig auf seinen Gesichtsausdruck fixiert und bei jedem neuen Quietschen ins Bad rennend, das Kind am ausgestreckten Arm, Hose runter, übers Klo haltend. Klar, gut definierte Oberarme kriegt man so vermutlich in wenigen Tagen. Aber sonst eher nicht allzu viel auf die Reihe. So ein Kind schließt nämlich viele, sehr sehr viele Geschäfte ab.</p>
<p style="text-align:justify;">Noch während wir lachten, rief Freundin P. an und ich erzählte ihr von den Babys, die schon in einem Alter aufs Klo gehen sollen, in dem sie noch nicht einmal den Hauch einer Ahnung haben, was ein Klo überhaupt ist. Freundin P. blieb unerwartet ernst und sagte, das Ganze sei im Moment in den USA der letzte Schrei.</p>
<p style="text-align:justify;">Nicht so sehr aus Ökogründen. &#8222;Das ist Teil dieses ganzen bescheuerten Zurück-zur-Natur-Booms. Die armen Frauen!&#8220; Noch so ein Natur-Trend, der es Frauen wieder ein kleines bisschen schwerer macht, trotz Kind ein halbwegs normales Leben zu führen. Der Stillboom der letzten Jahre war erst der Anfang. Und selbstgekochter Babybrei ist im Vergleich zu der Windelsache nur eine Fingerübung. &#8222;Natürlichkeit&#8220; und Emanzipation passen manchmal einfach nicht zusammen.</p>
<p style="text-align:justify;">Beim Stillen fällt zwar kein Verpackungsmüll an, aber wenn sich Eltern das Füttern teilen wollen, tut es auch die Packerlmilch. Selbstgekochter Brei ist eine gute Idee, aber manchmal ist eine Stunde Freizeit eine noch bessere Idee. Baumwollwindeln sparen Müll, wer aber mehr Pläne hat als Füttern, Schmusen, Wickeln und Waschen, nimmt halt Wergwerfmodelle. Der Nachwuchs wird es einem später nicht danken, dass er &#8222;natürlich&#8220; aufwachsen durfte und Mutti ihm 24 Stunden des Tages gewidmet hat. Also trägt das Kind jetzt eine Art Kompromiss, der mein Ökogewissen und meinen Freiheitsdrang einigermaßen vereint: Ökowindeln aus Recyclingzellstoff. So viel Öko muss in diesem Fall reichen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/649/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/649/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/haltungstattposen.wordpress.com/649/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/haltungstattposen.wordpress.com/649/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/haltungstattposen.wordpress.com/649/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/haltungstattposen.wordpress.com/649/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/haltungstattposen.wordpress.com/649/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/haltungstattposen.wordpress.com/649/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/haltungstattposen.wordpress.com/649/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/haltungstattposen.wordpress.com/649/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/haltungstattposen.wordpress.com/649/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/haltungstattposen.wordpress.com/649/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/haltungstattposen.wordpress.com/649/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/haltungstattposen.wordpress.com/649/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=649&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/08/18/dies-ist-keine-pipi-kacka-geschichte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
	
		<media:content url="" medium="image">
			<media:title type="html">haltungstattposen</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Konzerne lassen Mutti nicht arbeiten</title>
		<link>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/07/22/konzerne-lassen-mutti-nicht-arbeiten/</link>
		<comments>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/07/22/konzerne-lassen-mutti-nicht-arbeiten/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 10:32:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Berufstätige Mütter]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Bahn]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Volkswagen]]></category>
		<category><![CDATA[Wiedereinstieg]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://haltungstattposen.wordpress.com/?p=637</guid>
		<description><![CDATA[(Kolumne ursprünglich erschienen in der Taz vom 18. Juli) Das Kind war zehn Wochen alt, es wurde Zeit, dass ich mal wieder länger raus kam als nur für einen Spaziergang in den Park, eine Runde durch den Supermarkt oder mal auf ein Grillfest. Schon seit Tagen trappelte ich mit den Füßen, weil eine Reise anstand, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=637&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>(Kolumne ursprünglich erschienen in der <a href="http://www.taz.de/Kolumne-Die-Farbe-Lila/!74671/" target="_blank">Taz vom 18. Juli</a>)</em></p>
<p style="text-align:justify;">Das Kind war zehn Wochen alt, es wurde Zeit, dass ich mal wieder länger raus kam als nur für einen Spaziergang in den Park, eine Runde durch den Supermarkt oder mal auf ein Grillfest. Schon seit Tagen trappelte ich mit den Füßen, weil eine Reise anstand, verbunden mit einem Job. Als Publizistin sitze ich immer mal wieder auf Podien und diskutiere über die Themen, über die ich auch schreibe. Diese Reise sollte nach Köln gehen, auf eine Diskussionsveranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung, wo ich über Mutterschaft in unserer Gesellschaft diskutieren sollte und vor allem: wollte. Ein Thema, was dabei ganz sicher besprochen werden würde: Was tun deutsche Unternehmen, um Müttern den Wiedereinstieg in den Job zu ermöglichen?</p>
<p style="text-align:justify;">Der Mann hatte einen Tag Urlaub genommen, der alte Golf war gepackt; Kinderwagen, Windeln und Fläschchenwärmer stapelten sich im Kofferraum. Wir würden alle gemeinsam nach Köln fahren – „damit Mutti endlich mal wieder was arbeitet“, hatte ich dem schlafenden Kind erklärt, als ich es in seine Autositzschale legte.</p>
<p style="text-align:justify;">So war der Plan.</p>
<p style="text-align:justify;">Wir waren bester Laune, hatten volle Mägen, freuten uns auf einen Tag in Köln. Die Sonne schien durch die Autofenster, wir waren abfahrbereit.</p>
<p style="text-align:justify;">Nur das Auto nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Es sprang nicht an.</p>
<p style="text-align:justify;">Auch weitere Anlassversuche und einige hilflose Blicke unter die Motorhaube änderten nichts an der Tatsache: Dieses Auto würde uns nicht nach Köln bringen. Die deutsche Volkswagen AG bemühte sich schon mal ziemlich wenig um meinen Wiedereinstieg ins Berufsleben.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich stieg aus, der Mann stieg aus. Der Mann nahm das Kind mit zurück in die Wohnung, ich rannte mit meiner Reisetasche zum Bahnhof. Ich würde allein nach Köln fahren, mit der Deutschen Bahn.</p>
<p style="text-align:justify;">Entspannt saß ich im Zug, las das erste Mal seit Wochen wieder in einem Buch und sah zwischendurch fröhlich aus dem Fenster, auf eine schöne schwäbische Landschaft.</p>
<p style="text-align:justify;">Eine Stunde später schaute ich immer noch auf die gleiche schöne schwäbische Landschaft, dabei hätte es längst eine hessische sein müssen. Ich zog meine Stöpsel aus den Ohren und hörte den Schaffner erklären, es gäbe ein Problem mit den Bremsen, der Zugführer kümmere sich darum.</p>
<p style="text-align:justify;">Der ICE stand eine weitere Stunde mit kaputten Bremsen im Nichts, der Zugführer versuchte sich als Monteur, der Schaffner entschuldigte sich weiterhin, ich schaute abwechselnd in die schöne schwäbische Landschaft und auf meine Uhr. Der Zeitpunkt, an dem die Veranstaltung beginnen sollte, war mittlerweile herangerückt, und ich war noch nicht einmal in Stuttgart. Ich musste es einsehen: In dieser Runde würde ich nicht mehr sitzen, sie würden ohne mich diskutieren, streiten, Visionen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf entwickeln.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Deutsche Bahn hat – man muss es so sagen – meinen Wiedereinstieg in den Job gekonnt sabotiert. Als ich endlich in Stuttgart ankam, stieg ich aus und nahm den nächsten Zug zurück nach München.</p>
<p style="text-align:justify;">Am Abend war ich wieder zu Hause und beschwerte mich bei Mann und Kind, dass sich die deutschen Unternehmen seit Jahren selbst loben, wie sie Müttern den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern. Dabei hatte ich an diesem Tag das genaue Gegenteil erlebt: wie VW und DB Hand in Hand verhindern, dass Mutti wieder arbeiten geht.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/637/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/637/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/haltungstattposen.wordpress.com/637/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/haltungstattposen.wordpress.com/637/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/haltungstattposen.wordpress.com/637/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/haltungstattposen.wordpress.com/637/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/haltungstattposen.wordpress.com/637/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/haltungstattposen.wordpress.com/637/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/haltungstattposen.wordpress.com/637/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/haltungstattposen.wordpress.com/637/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/haltungstattposen.wordpress.com/637/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/haltungstattposen.wordpress.com/637/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/haltungstattposen.wordpress.com/637/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/haltungstattposen.wordpress.com/637/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=637&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/07/22/konzerne-lassen-mutti-nicht-arbeiten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<media:content url="" medium="image">
			<media:title type="html">haltungstattposen</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Frauen gegen Frauen</title>
		<link>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/06/20/frauen-gegen-frauen/</link>
		<comments>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/06/20/frauen-gegen-frauen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 15:20:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismusdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismusklischees]]></category>
		<category><![CDATA[Feministinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Germany's Next Topmodel]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://haltungstattposen.wordpress.com/?p=629</guid>
		<description><![CDATA[(Kolumne ursprünglich erschienen in der Taz vom 20. Juni) Lasst mich in Ruhe!&#8220;, forderte Zeit-Redakteurin Ursula März vor Kurzem in einem Essay. &#8222;Ein emanzipiertes Subjekt hat keinen Gefallen daran, ohne Unterlass gemustert, beratschlagt, beurteilt, kurzum: gegängelt und bevormundet zu werden&#8220;, schrieb sie. Und ich denke mir: Ja, tatsächlich wäre eine Pausetaste für den Geschlechterdiskurs schön. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=629&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>(Kolumne ursprünglich erschienen in der <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kolumnen/artikel/1/frauen-gegen-frauen/" target="_blank">Taz vom 20. Juni</a>)</em></p>
<p style="text-align:justify;">Lasst mich in Ruhe!&#8220;, forderte Zeit-Redakteurin Ursula März vor Kurzem <a href="http://www.zeit.de/2011/22/Frauendebatte" target="_blank">in einem Essay</a>. &#8222;Ein emanzipiertes Subjekt hat keinen Gefallen daran, ohne Unterlass gemustert, beratschlagt, beurteilt, kurzum: gegängelt und bevormundet zu werden&#8220;, schrieb sie. Und ich denke mir: Ja, tatsächlich wäre eine Pausetaste für den Geschlechterdiskurs schön.</p>
<p style="text-align:justify;">Feministin zu sein ist nämlich viel zu oft ziemlich scheiße; es ist anstrengend, nervig, frustrierend. Dem Klischee der frustrierten Emanze begegne ich nicht selten &#8211; meistens im Spiegel. Aber wie sollten Feministinnen auch nicht frustriert sein, wenn sich doch so ätzend wenig tut in Sachen Gleichberechtigung. Und bitte jetzt kein &#8222;Frauen ging es vor hundert Jahren viel schlimmer, es hat sich schon so viel getan&#8220;. Ich wills nicht hören, echt nicht. Ich will, dass mein Leben und das Leben von Frauen heute gut ist. Wirklich gleichberechtigt.</p>
<p style="text-align:justify;">Zu allem Überfluss wird über die mit den emanzipatorischen Forderungen immer wieder diskutiert: Ist die überhaupt eine richtige Feministin? Denn: Wer sich Feministin nennt, bekennt sich offenbar nicht einfach nur zu bestimmten Werten, sondern muss sich einem ganzheitlichen Lebenskonzept verschreiben und dieses bitte bis ins verstaubteste Eck ihres Leben einhalten. Sie darf nicht die Stirn krausziehen, wenn die Waage wieder ein Kilo mehr anzeigt. Nicht &#8222;Germanys Next Topmodel&#8220; schauen. Sie muss den jüngsten Report von Terre des femmes oder Medica Mondiale lesen, anstatt &#8222;Bridget Joness Diary&#8220;. So etwas wie gut gepflegte guilty pleasures, die jeder Mensch für ein gesundes Ich braucht, sind für Feministinnen aber tabu &#8211; auf weniger als ein perfektes Emanzenleben steht die verbale Steinigung im öffentlichen Diskurs.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Schlimmste ist: Die größten Kritiker von Feministinnen sind andere Feministinnen. Zum Erscheinen des Buchs &#8222;Wir Alphamädchen&#8220; diskutierten Feministinnen jeglicher Couleur erst einmal, ob ich jetzt tatsächlich und überhaupt eine echte Feministin sei. Die meisten kamen zu dem Schluss: Auf keinen Fall! Zu mainstreamig, zu wellnessig, zu lebenslustig, gut gelaunt, zu leicht verständlich, zu jung &#8211; ganz einfach zu unpassend.</p>
<p style="text-align:justify;">Zeit-Redakteurin Ursula März schreibt über Frauen: &#8222;Zu erleben, wie sie sich begegnen, sich gegenseitig belauern und bewerten, ist eine deprimierende Erfahrung. Man steht dabei und möchte rufen: Lasst los! Dies, diese Hysterie unfreier und unfreiwilliger Lebensplanwirtschaft, kann mit Feminismus ja wohl nicht gemeint gewesen sein.&#8220; Sie trifft damit mitten in die Problemzone des Feminismus.</p>
<p style="text-align:justify;">Das gegenseitige Belauern der verschiedenen emanzipatorischen Strömungen ist fast schon so etwas wie das Markenzeichen des deutschen Feminismus. &#8211; &#8222;Entspannt euch!&#8220; will auch ich rufen. Und vor allem: &#8222;Ihr werdet doch alle gebraucht.&#8220; Manche gesellschaftliche Missstände werden sich mit Graswurzelarbeit beseitigen lassen, andere durch radikale Protestaktionen. Warum soll es nicht beides geben?</p>
<p style="text-align:justify;">Ich verstehe Ursula März&#8217; Ruf nach einer Pause im Geschlechterdiskurs gut &#8211; aber wenn meine &#8222;nur&#8220; sieben Monate Elternzeit dumm kommentiert werden, wenn ich sexistische Werbung sehe oder Familienministerin Kristina Schröder; dann hebt sich meine innere Faust: &#8222;Ursula, der Kampf geht weiter.&#8220; Tut mir leid.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/629/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/629/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/haltungstattposen.wordpress.com/629/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/haltungstattposen.wordpress.com/629/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/haltungstattposen.wordpress.com/629/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/haltungstattposen.wordpress.com/629/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/haltungstattposen.wordpress.com/629/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/haltungstattposen.wordpress.com/629/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/haltungstattposen.wordpress.com/629/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/haltungstattposen.wordpress.com/629/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/haltungstattposen.wordpress.com/629/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/haltungstattposen.wordpress.com/629/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/haltungstattposen.wordpress.com/629/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/haltungstattposen.wordpress.com/629/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=629&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/06/20/frauen-gegen-frauen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
	
		<media:content url="" medium="image">
			<media:title type="html">haltungstattposen</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Die Farbe Rosa</title>
		<link>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/05/27/die-farbe-rosa/</link>
		<comments>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/05/27/die-farbe-rosa/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 27 May 2011 17:21:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Konsumkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Babyfarben]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Rosa]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://haltungstattposen.wordpress.com/?p=622</guid>
		<description><![CDATA[(Kolumne ursprünglich erschienen in der Taz vom 23. Mai) Seit drei Wochen lebt ein kleiner Mensch in meiner Wohnung. Dieser kleine Mensch ist genau genommen ein kleines Mädchen. Bis zum Tag ihrer Geburt wussten der Mann und ich nicht, ob wir eine Tochter oder einen Sohn bekommen würden. Dann kam das Kind auf die Welt [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=622&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>(Kolumne ursprünglich erschienen in der <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kolumnen/artikel/1/der-weg-in-die-rosa-hoelle/" target="_blank">Taz vom 23. Mai</a>)</em></p>
<p style="text-align:justify;">Seit drei Wochen lebt ein kleiner Mensch in meiner Wohnung. Dieser kleine Mensch ist genau genommen ein kleines Mädchen. Bis zum Tag ihrer Geburt wussten der Mann und ich nicht, ob wir eine Tochter oder einen Sohn bekommen würden. Dann kam das Kind auf die Welt und die Hebamme sagte: &#8222;Ein Mädchen!&#8220; Und band unserer Tochter ein rosa Armband mit ihrem Namen darauf um.</p>
<p style="text-align:justify;">In den neun Monaten davor war der Entschluss, das Geschlecht unseres Kindes nicht wissen zu wollen, oft auf Unverständnis gestoßen. Immer wieder fragten Freunde und Bekannte: &#8222;Seid ihr nicht neugierig?&#8220; Klar waren wir neugierig. So neugierig wie auf Weihnachtsgeschenke. Aber aus dem Alter, in dem ich den Kleiderschrank meiner Mutter nach Geschenken durchsuchte, bin ich mittlerweile heraus. Ich kann warten. Auch ganze neun Monate lang, auf den einen Satz der Hebamme.</p>
<p style="text-align:justify;">Wir versuchten, uns den kopfschüttelnden Freunden zu erklären. Wir hatten zwei Gründe. Der entscheidende und wichtigere: Es war uns einfach egal, wir freuten uns auf das Kind, ganz gleich ob Mädchen oder Junge. Der zweite, nicht so entscheidende, aber auch nicht unwichtige Grund: Ich hoffte, so wenigstens bis zur Geburt des Kindes einem gegenderten Tornado an Babyklamotten zu entkommen. Bis heute habe ich keine Kinderabteilung betreten. Mir reichte schon der Blick von der Rolltreppe aus in die rosa und hellblaue Hölle.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://haltungstattposen.files.wordpress.com/2010/04/pink_and_blue.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-198" title="Pink Girls, Blue Boys by Jeong Mee Yoon" src="http://haltungstattposen.files.wordpress.com/2010/04/pink_and_blue.jpg?w=500&#038;h=248" alt="" width="500" height="248" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">Große Menschen schenken aber zur Geburt von kleinen Menschen gern putzige Strampler und Mützchen und Lätzchen, und ich kann diesen Menschen schlecht Vorschriften machen, welche Farbe ihr Geschenk haben soll. Weil aber die Klamottenproduzenten für Menschen unter 60 Zentimeter nur die Farben Rosa und Hellblau zu kennen scheinen, beschwerte sich eine Freundin: &#8222;Dann weiß ich ja gar nicht, welche Farbe ich kaufen soll!&#8220; &#8211; &#8222;Irgendeine halt. Bunt!&#8220;, war meine Antwort, die aber bei der Freundin nur hochgezogene Augenbrauen auslöste. &#8222;Ich geb dir gern die Nummer meiner Frauenärztin, vielleicht lässt sie sich überreden, dir das Geschlecht des Kindes zu sagen&#8220;, zog ich sie auf. &#8222;Pfff&#8220;, antwortete sie nur, und: &#8222;Dann kauf ich halt was Gelbes.&#8220; Sehr gern.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein erschreckend großer Teil unserer Bekannten glaubt, kleine Babymädchen dürften nur die Babymädchenfarbe Rosa tragen &#8211; und sind noch dazu der Überzeugung, das sei die &#8222;natürliche&#8220; Farbe für ein Mädchen; ungeachtet der Tatsache, dass noch vor rund hundert Jahren kleine Babyjungs Rosa und die Mädchen Hellblau trugen. Deswegen werden nun seit der Geburt doch rosa Klamöttchen in unsere Wohnung getragen. Dem Kind ist es egal, es ist da nonchalanter, als ich es bisher war. Es spuckt einfach alles voll, was es gerade am Leib trägt. Dem Kind ist genauso egal, dass es die meiste Zeit die Berge hellblauer Strampler, Hosen und Hemdchen seiner drei Neffen aufträgt.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie hat meinen Hass auf all das Rosa da draußen in der Welt und auf die damit verbundene unausgesprochene Aufforderung für Mädchen, sich nur nicht schmutzig zu machen, sogar schon gemildert: Wenn es später in rosa Kleidchen genauso freudig in Matschpfützen springt, wie es jetzt spuckt, und sich beim Ballspielen Grasflecken zuzieht, anstatt sich von Schmutz und Abenteuer fern zu halten, dann kann es tragen, was es will. Es muss keine lila Latzhose sein.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/622/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/622/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/haltungstattposen.wordpress.com/622/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/haltungstattposen.wordpress.com/622/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/haltungstattposen.wordpress.com/622/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/haltungstattposen.wordpress.com/622/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/haltungstattposen.wordpress.com/622/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/haltungstattposen.wordpress.com/622/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/haltungstattposen.wordpress.com/622/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/haltungstattposen.wordpress.com/622/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/haltungstattposen.wordpress.com/622/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/haltungstattposen.wordpress.com/622/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/haltungstattposen.wordpress.com/622/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/haltungstattposen.wordpress.com/622/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=622&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/05/27/die-farbe-rosa/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
	
		<media:content url="" medium="image">
			<media:title type="html">haltungstattposen</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://haltungstattposen.files.wordpress.com/2010/04/pink_and_blue.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Pink Girls, Blue Boys by Jeong Mee Yoon</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Hab ich selbst gemacht.</title>
		<link>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/05/19/hab-ich-selbst-gemacht/</link>
		<comments>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/05/19/hab-ich-selbst-gemacht/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 May 2011 09:14:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Selbstgemachtes]]></category>
		<category><![CDATA[DIY]]></category>
		<category><![CDATA[Hab ich selbst gemacht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://haltungstattposen.wordpress.com/?p=642</guid>
		<description><![CDATA[Das Buch &#8222;Hab ich selbst gemacht&#8220; erscheint heute bei Kiepenheuer &#38; Witsch. Und schon am vergangenen Samstag schrieb Petra Steinberger in der Süddeutschen Zeitung am Wochenende über den Trend des Selbermachens und erwähnte dabei auch mein Buch: Kaum zu glauben: Der Marsch zurück ins einfache Leben und in die neue Autarkie hat gerade erst begonnen, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=642&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="alignleft" title="Hab ich selbst gemacht. 365 Tage, 2 Hände, 66 Projekte" src="http://www.kiwi-verlag.de/ifiles/cover/big/9783462042856_gr.jpg" alt="" width="125" height="190" />Das Buch <strong>&#8222;Hab ich selbst gemacht&#8220;</strong> erscheint heute <a href="http://www.kiwi-verlag.de/das-programm/einzeltitel/?isbn=978-3-462-04285-6" target="_blank">bei Kiepenheuer &amp; Witsch</a>. Und schon am vergangenen Samstag <a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/die-wiedergeburt-der-do-it-yourself-welle-wir-basteln-uns-ein-leben-1.1096922" target="_blank">schrieb Petra Steinberger</a> in der <em>Süddeutschen Zeitung am Wochenende</em> über den Trend des Selbermachens und erwähnte dabei auch mein Buch:</p>
<p style="padding-left:30px;text-align:justify;"><span style="color:#888888;">Kaum zu glauben: Der Marsch zurück ins einfache Leben und in die neue Autarkie hat gerade erst begonnen, und wie es sich gehört, erscheint gerade ein sehr lustiges und kluges Buch, &#8222;Hab ich selbst gemacht. 365 Tage, 2 Hände, 66 Projekte&#8220; (Kiepenheuer &amp; Witsch), in dem Alphamädchen Susanne Klingner aufgeschrieben hat, was alles möglich ist im riesigen Betätigungsfeld des modernen DIY. Schuhe machen. Oder Weihnachtsgeschenke. Brot. Seife. Guerillagärtnern. Einmachen.</span><br />
<span style="color:#888888;">Und was dabei nervt und was nicht, was zufrieden macht und wo Enttäuschungen versteckt sind. &#8222;Ich käme&#8220;, blickt Susanne Klingner nach einem Jahr zurück, &#8222;mit ausschließlich selbstgemachten Dingen durch den Tag, ohne frieren oder hungern zu müssen.&#8220; Etwas mit den eigenen Händen zu schaffen, erkennt sie, macht uns zufrieden. Und glücklich.</span></p>
<p>So ist es. Das Experiment hat mein Leben auf den Kopf gestellt, vor allem zum besseren. Ich setze mich jetzt auch mal für nur eine Stunde an die Nähmaschine, anstatt eine große Nähaktion am Wochenende zu planen. Ich traue mir bzw. vor allem meinen Händen mehr zu. Und ich habe interessante Menschen wie <a href="http://frauliebe.typepad.com/" target="_blank">Frau Liebe</a>, den <a href="http://anderlbauer.de/00000198700766d09/index.html" target="_blank">Huber Hans</a>, <a href="http://www.gea.at/akademie/" target="_blank">Toni Schuster</a> oder auch <a href="http://www.akbild.ac.at/Portal/studium/institute/kunstlerisches-lehramt/textiles-gestalten/akbild_group.2007-03-11.9123200463/displayCard?DBID=5D9E2B1125E89157&amp;backurl=http://www.akbild.ac.at/Portal/studium/institute/kunstlerisches-lehramt/textiles-gestalten/akbild_group.2007-03-11.9123200463/group_display" target="_blank">Elke Gaugele</a> kennengelernt.</p>
<p>Das Thema <em>Do-it-yourself</em> hat es sich jedenfalls in meinem Leben <strong>gemütlich gemacht</strong>. Deswegen wird es hier im Blog in Zukunft immer mal wieder einiges dazu zu lesen geben – Gedanken, Gespräche, Projekte und Zeugs.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/642/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/642/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/haltungstattposen.wordpress.com/642/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/haltungstattposen.wordpress.com/642/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/haltungstattposen.wordpress.com/642/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/haltungstattposen.wordpress.com/642/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/haltungstattposen.wordpress.com/642/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/haltungstattposen.wordpress.com/642/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/haltungstattposen.wordpress.com/642/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/haltungstattposen.wordpress.com/642/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/haltungstattposen.wordpress.com/642/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/haltungstattposen.wordpress.com/642/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/haltungstattposen.wordpress.com/642/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/haltungstattposen.wordpress.com/642/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&amp;blog=11527541&amp;post=642&amp;subd=haltungstattposen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://haltungstattposen.wordpress.com/2011/05/19/hab-ich-selbst-gemacht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
	
		<media:content url="" medium="image">
			<media:title type="html">haltungstattposen</media:title>
		</media:content>

		<media:content url="http://www.kiwi-verlag.de/ifiles/cover/big/9783462042856_gr.jpg" medium="image">
			<media:title type="html">Hab ich selbst gemacht. 365 Tage, 2 Hände, 66 Projekte</media:title>
		</media:content>
	</item>
	</channel>
</rss>
