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	<title>Haltung statt Posen</title>
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	<description>Alltag. Feminismus. Konsum. Arbeitskultur. Selbstgemachtes.</description>
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		<title>Haltung statt Posen</title>
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		<title>Die starke Frau</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jan 2013 09:30:22 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Sonntagabend. ARD. Die Frage des Abends lautet &#8220;Hat Deutschland ein Sexismusproblem?&#8221; Die der Moderator allerdings im Laufe der Sendung immer wieder gekonnt umschifft. Stattdessen kann man an diesem Abend überraschend viel darüber lernen, was verschiedene Generationen für Emanzipation halten. Denn dort sitzt zu Günther Jauchs Linken Wibke Bruhns, Journalistin Jahrgang 1938, und vertritt vehement die [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=764&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:justify;">Sonntagabend. ARD. Die Frage des Abends lautet &#8220;Hat Deutschland ein Sexismusproblem?&#8221; Die der Moderator allerdings im Laufe der Sendung immer wieder gekonnt umschifft. Stattdessen kann man an diesem Abend überraschend viel darüber lernen, was verschiedene Generationen für Emanzipation halten. Denn dort sitzt zu Günther Jauchs Linken Wibke Bruhns, Journalistin Jahrgang 1938, und vertritt vehement die Meinung, als Frau solle man sich nicht so anstellen, nicht freiwillig zum Opfer machen, stattdessen lieber wehren und akzeptieren, dass Männer nun mal so sind. Sie zeichnete als Ideal das, was man früher eine &#8220;starke Frau&#8221; genannt hätte.<br />
Allein ihre Aussagen und ihr stets süffisantes Lächeln, mit dem sie auf die Zustandsbeschreibungen des deutschen Sexismus reagierte, waren eigentlich Beweis genug, dass wir da tatsächlich noch ein Problem haben. Wir, das heißt in diesem Fall: die deutsche Gesellschaft. Jedenfalls so lange selbst Frauen der Überzeugung sind, es sei schon okay, im Job vom Vorgesetzten / Kollegen / Gegenüber angegraben zu werden oder einfach auf anzügliche Weise angequatscht. Dass Frauen das eben aushalten müssten, wenn sie sich in die Männerwelt begeben.Bruhns hat mit ihren Statements genau dieses Denken gezeigt: dass sie die Arbeitswelt für die Domäne der Männer hält, in der es eben auch unangenehme Spielregeln gibt, die Frauen nun mal mitspielen müssen – und sich nicht nach übergriffigen Situationen ins Abseits, sprich: in die Opferecke, stellen sollten.<br />
Das mag in Bruhns frühen Berufsjahren der einzig gangbare Weg gewesen sein, doch zwischen damals und heute gab es die Frauenbewegung, die massenhafte Emanzipation der Frauen und ihr genauso massenhafter Eintritt in die Berufswelt. Was alles geändert hat oder alles hätte ändern müssen. Auch die Spielregeln.</p>
<p>Das versuchten die Diskussionsteilnehmerinnen auf Jauchs linker Seite auch klarzumachen: Alice Schwarzer beschrieb genau diese weibliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte. Silvana Koch-Mehrin deutete an, dass sie durchaus ekliges Verhalten von Männern in der Politik erlebt hat und weiß, es an sich abprallen zu lassen, es aber für eine absolute Notwendigkeit hält, dass sich Männer und Frauen im Berufsleben auf Augenhöhe begegnen. Anne Wizorek wiederum machte klar, dass es zum Selbstverständnis junger Frauen gehört und gehören muss, sich nicht schmierig anmachen lassen zu müssen, dass sie von ihrem Gegenüber erwarten dürfen, die Grenze zwischen Geplauder, Flirt und Übergriffigkeit zu kennen.</p>
<p>Hellmuth Karasek, der ebenfalls in der Runde saß, illustrierte Wibke Bruhns Mann-Frau-Verständnis so hübsch wie aggressionsauslösend: Man dürfe doch Sex nicht verbieten, Dirndl seien doch erfunden worden, um Frauen auf den Busen zu schauen, und überhaupt: Wo kämen wir denn hin, wenn die Frauen einfach bestimmen dürften, was sie als sexistisch empfinden? Karasek bewies: Man kann es auch einfach nicht verstehen wollen. Oder schlicht überfordert sein von den Zeiten, in denen sich Frauen tatsächlich als gleichberechtigt verstehen. Karasek gab an diesem Abend die traurigste Figur ab. Man hätte ihn gern an der Hand aus der Runde geführt und in einen gemütlichen Sessel gesetzt, einen Schmöker in die Hand gedrückt.</p>
<p>Noch trauriger war an diesem Sonntag nur noch das vermittelte Männerbild. Wibke Bruhns fand, Männer sind nun mal so und es komme nur auf die Menge Alkohol an, die einer getrunken habe, bevor er anzüglich werde. Und Jauch schritt nicht etwa ein, vielmehr schien er vom Thema / vom Problem kaum weniger überfordert als Karasek, wenn er als Moderator (!) Anne Witzork antippt unf fragt, ob er ihr denn zum Beispiel ein Kompliment für ihr Kleid machen dürfe oder ob das schon sexistisch sei.<br />
Als Showeinlage wäre das eine hübsche Demonstration dessen gewesen, wie ahnungslos (oder darf ich sagen: dumm?) man sich stellen kann, wenn man vom existierenden Sexismus nichts wissen will. Leider war die Frage ernst gemeint.</p>
<p>Die Erkenntnisse des Abends waren vordergründig extrem gering – man konnte vor allem einen zu niedrigen Blutdruck etwas in Schwung bringen. Und doch stand das Gesagte und Gesehene für so vieles, dass jetzt nach und nach und unabhängig vom Fall Brüderle besprochen werden muss. Schön wäre gewesen, hätte Deutschlands wichtigste Talkshow wenigstens den Versuch gemacht, die Dunkelstellen auszuleuchten und die Debatte wirklich anzuschubsen. Während sich Jauch eine Stunde lang offensichtlich unwohl in seiner Rolle als Mann und Moderator wand, wünschte ich mir immer wieder Anne Will auf seinen Stuhl, die der Diskussion allein mit einer gehobenen Augenbraue hätte Beine machen können.
</p></div>
<p><img alt="" src="http://vg09.met.vgwort.de/na/271ad34915ca4406bd2dd95a7cc761a0" width="1" height="1" /></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/764/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/764/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=764&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Bitte keine Schuldgefühle</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Sep 2012 13:17:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Berufstätige Mütter]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Una Röhr-Sendlmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinbarkeit Familie und Beruf]]></category>

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		<description><![CDATA[Für die aktuelle Ausgabe von Season habe ich die Wissenschaftlerin Una Röhr-Sendlmeier interviewt. Sie erforscht, wie sich die Berufstätigkeit der Eltern auf die Entwicklung von Kindern auswirkt. Dazu hat sie seit 2006 mehrere Studien durchgeführt, Schülerinnen und Schüler, sowie Eltern, Lehrerinnen und Lehrer befragt. Und fand dabei heraus: Die Kinder berufstätiger Mütter machen die höheren [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=758&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Für die aktuelle Ausgabe von <em>Season</em> habe ich die Wissenschaftlerin Una Röhr-Sendlmeier interviewt. Sie erforscht, wie sich die Berufstätigkeit der Eltern auf die Entwicklung von Kindern auswirkt. Dazu hat sie seit 2006 mehrere Studien durchgeführt, Schülerinnen und Schüler, sowie Eltern, Lehrerinnen und Lehrer befragt. Und fand dabei heraus: Die Kinder berufstätiger Mütter machen die höheren und besseren Abschlüsse.</p>
<p style="text-align:justify;">Dabei fürchten in Deutschland immer noch viele Mütter, ihren Kindern zu schaden, wenn sie sich um ihre eigene Karriere kümmern anstatt ausschließlich um die schulische Entwicklung ihrer Kinder. Diese Angst sei, so die <a href="http://www.psychologie.uni-bonn.de/abteilungen/entwicklungs-und-paedagogische-psychologie/mitarbeiterinnen-und-mitarbeiter/prof.-dr.-una-m.-roehr-sendlmeier" target="_blank">Psychologie-Professorin Röhr-Sendlmeier</a>, vollkommen unbegründet:</p>
<p style="padding-left:30px;text-align:justify;"><span style="color:#888888;">Berufstätige Mütter leben den Kindern vor, sich gut zu organisieren, anspruchsvolle Aufgaben zu lösen. Sie können ihnen besser erklären, wie sie an Probleme herangehen könnten, kennen Wege und Strategien, wie man an Wissen gelangt, wie man sich selbst motiviert oder mit Misserfolgen umgeht. Sie sehen die Wichtigkeit, sich Neuem zu öffnen. All das können sich Kinder von ihnen abschauen. Außerdem sind berufstätige Mütter in ihrer Freizeit tendenziell aktiver und bieten ihren Kindern mehr Anregungen.</span></p>
<p style="text-align:justify;">(&#8230;)</p>
<p style="text-align:justify;padding-left:30px;"><span style="color:#888888;"><strong>Trotzdem sind nur 54 Prozent der deutschen Mütter mit Schulkindern berufstätig. Unsere Unternehmenskultur macht es Frauen – und </strong><strong>Männern – nicht gerade einfach, Familie und einen qualifizierten Beruf unter einen Hut zu bekommen.</strong></span><br />
<span style="color:#888888;"> Kinder entwickeln sich umso besser, je zufriedener die Eltern sind. Und Studien wie die des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigen, dass berufstätige Mütter im Schnitt sehr viel zufriedener sind als diejenigen, die zu Hause bleiben. Will man Kinder fördern, sollte man Müttern also ermöglichen zu arbeiten, und zwar so, dass sie das gefühl haben, ihren Beruf und ihre Familie gut vereinbaren zu können.</span></p>
<p style="text-align:justify;padding-left:30px;"><span style="color:#888888;"><strong>Dafür braucht jede Familie eine maßgeschneiderte Lösung – das legt Ihre neueste veröffentlichte Studie nahe, in der Sie auch den Einfluss der Väter untersuchen. Dabei stellen Sie fest, dass sich Kinder am besten entwickeln und die besten Schulleistungen erbringen, wenn die Eltern viele verschiedene Rollen leben können.</strong></span><br />
<span style="color:#888888;"> Wir schauen uns an, in welchem Gesamtumfeld die Kinder groß werden. Mütter und Väter, die sowohl Zeit für den Beruf als auch für die Familie und eigene interessen haben, sind am zufriedensten – was sich auf die sozial-emotionalen Fähigkeiten der Kinder auswirkt, die auch in der Schule unglaublich wichtig sind. Gerade werten wir eine Untersuchung zu Schuldgefühlen von Eltern aus und sehen schon jetzt: Sie wirken sich eher negativ auf die Entwicklung der Kinder aus. Gerade Mütter erleben immer noch einen starken Druck seitens der Gesellschaft, aber auch durch ihre Familie oder aus sich selbst heraus. Sie denken, sie könnten ihren Beruf eigentlich nicht aus vollem Herzen lieben und sollten ihn besser nicht ausüben. Dann kann es passieren, dass Mütter das Verhalten ihrer Kinder überinterpretieren, sich und ihrer Berufstätigkeit zum Beispiel die Schuld geben, wenn das Kind sich mal ängstlich verhält.</span></p>
<p style="text-align:justify;">Eine gute Zusammenfassung der bisherigen Studien bietet ein Artikel aus &#8220;Psychologie Heute&#8221;, der auf den Seiten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung <a href="http://www.diw.de/documents/dokumentenarchiv/17/diw_01.c.372867.de/psy_heute_muetter2011.pdf" target="_blank">als PDF zum Download liegt: Klick</a>.</p>
<p style="text-align:justify;">Am Ende des Gespräch sagte Una Röhr-Sendlmeier übrigens sehr schön pragmatisch: &#8220;Mütterliche Schuldgefühle sind ein sehr deutsches Phänomen. Wäre es selbstverständlich, einen Teil des Tages im Büro und den anderen mit dem Kind zu verbringen, bräuchte sich keine Mutter schlecht zu fühlen.&#8221;</p>
<p><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/be3159d3ae494e12b0d7d500a84e6a58" alt="" width="1" height="1" /></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/758/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/758/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=758&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Eine Liebeserklärung</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Aug 2012 09:30:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Selbstgemachtes]]></category>
		<category><![CDATA[DIY-Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Hello Handmade]]></category>
		<category><![CDATA[Schön zu haben]]></category>

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		<description><![CDATA[Hello Handmade hat ein feines Manifest des DIY herausgegeben: Kann man auch kaufen, bei Etsy und Dawanda, als Siebdruck zum Andiewandhängen und Jedentagdranerfreuen.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=754&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>Hello Handmade</em> hat ein feines Manifest des DIY <a href="http://www.hello-handmade.com/" target="_blank">herausgegeben</a>:</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://de.dawanda.com/product/24267941-hello-handmade-Liebeserklaerung-Manifesto"><img class="alignnone" title="Hello Handmade DIY Manifesto" src="http://s32.dawandastatic.com/Product/24267/24267941/big/1320086209-753.jpg" alt="" width="450" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">Kann man auch kaufen, bei <a href="http://www.etsy.com/shop/buyhellohandmade" target="_blank">Etsy</a> und <a href="http://de.dawanda.com/shop/buyhellohandmade" target="_blank">Dawanda</a>, als Siebdruck zum Andiewandhängen und Jedentagdranerfreuen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/754/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/754/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=754&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>&#8220;Es hätte eine finanzielle Befreiung gebraucht&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Jun 2012 12:51:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Konsumkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Fürsorge]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen & Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Liz Perle]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ein paar Wochen habe ich mit der US-amerikanischen Buchautorin Liz Perle über Frauen und ihr Verhältnis zu Geld gesprochen, das Interview ist jetzt im Magazin Season erschienen, das seit einer Woche am Kiosk liegt. Unter anderem sprachen wir darüber, welche Rollen Frauen und Männern in Sachen Geld zugeschrieben wird und warum der Begriff  &#8220;Fürsorge&#8221; [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=738&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Vor ein paar Wochen habe ich mit der US-amerikanischen Buchautorin Liz Perle über Frauen und ihr Verhältnis zu Geld gesprochen, das Interview ist jetzt im Magazin <em>Season</em> erschienen, das seit einer Woche am Kiosk liegt. Unter anderem sprachen wir darüber, welche Rollen Frauen und Männern in Sachen Geld zugeschrieben wird und warum der Begriff  &#8220;Fürsorge&#8221; neu definiert werden muss:</p>
<p style="padding-left:30px;text-align:justify;"><span style="color:#808080;"><strong>Ein zentraler Satz in Ihrem Buch „Money, A Memoir“ lautet: „Frauen reden mehr über Sex als über ihr Einkommen oder ihre Einkaufsgewohnheiten.“ Warum ist das so?<br />
</strong></span><span style="color:#808080;">Dahinter stecken Jahre über Jahre der Abhängigkeit von männlichem Status und männlichem Geld. Und wenn unsere Gesellschaft Frauen immer wieder für ihre Sexyness lobt, Männer dagegen für ihre Fähigkeiten, Geld zu machen, prägt</span><span style="color:#808080;"> das die Geschlechter. Seit dem Viktorianischen Zeitalter werden Frauen dazu erzogen, Immaterielles stets höher als Geld zu</span><span style="color:#808080;"> bewerten – oder zumindest so zu tun. Heute können Frauen auch deshalb über Sex sprechen, weil es die sexuelle Befreiung</span><span style="color:#808080;"> in den 60er Jahren gab. Aber es gab keine „finanzielle Befreiung“, die das Reden über Geld für Frauen okay gemacht hätte.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">Auf meine Nachfrage, es habe sich seitdem doch aber einiges getan, erklärte Perle, dass in unserer Gesellschaft männlichen Erfolg immer noch ganz stark mit </span>Geld verbunden sei, <span style="color:#000000;">während weiblicher Erfolg noch immer über Fürsorge und Attraktivität definiert würde. Sie nannte ein schönes Beispiel für diese unterschiedliche Bewertung: &#8220;Jedes Jahr vor dem Valentinstag sehe ich fassungslos die Werbung eines amerikanischen</span><span style="color:#000000;"> Juweliers: Ein kleines Mädchen schaut sehnsuchtsvoll eine Diamantenkette an, die ihr Vater ihrer Mutter schenkt. Das</span><span style="color:#000000;"> ist also das Bild, das wir unseren Töchtern mitgeben: Erfolg ist, deinen Mann dazu zu bringen, dir Diamanten zu schenken.&#8221; Da sei es nur logisch, dass Frauen auch in den Bereich investierten, von dem sie die höchste Rendite erwarten: ihr Aussehen. In Schuhe, Klamotten, Kosmetikprodukte.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">Nun verdient aber mittlerweile jede zehnte Frau mehr als ihr Mann. Merkwürdig, dass solche Veränderungen kaum Einfluss auf die mediale Darstellung von Frauen und Männern haben. Werbeagenturen bedienen offenbar lieber Klischees. Vielleicht fühlen sich Konsumentinnen und Konsumenten auch wohler mit solche eindeutigen und vor allem eindeutig zugeordneten Rollen – wohler, als sich mit den extrem vielfältigen und teilweise auch widersprüchlichen Rollen, die Frauen und Männer im Alltag einnehmen.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">Liz Perle sprach dann noch einen sehr spannenden Punkt an, nämlich wie Geld unser Rollenbild verändern könnte:</span><span style="color:#000000;"> &#8220;Viele Frauen müssen plötzlich gut verhandeln, weil sie für ihre Familien sorgen müssen – ein Einkommen reicht doch heute in kaum einer Familie. Das könnte die Regeln neu schreiben und weibliche Fürsorge neu definieren: Wenn Frauen ihre Familien lieben, müssen sie sich für Geld interessieren und versuchen, genug Geld nach Hause zu bringen.&#8221;</span></p>
<p style="text-align:justify;">Das ganze Interview gibt es wie gesagt in der aktuellen Ausgabe von <em>Season</em>, <a href="http://abo.season.de/abo/" target="_blank">die so aussieht</a>. Und Liz Perles Buch &#8220;Money, A Memoir&#8221; ist 2006 <a href="http://us.macmillan.com/moneyamemoir/LizPerle" target="_blank">bei Henry Holt &amp; Company erschienen</a>.</p>
<p><img alt="" src="http://vg09.met.vgwort.de/na/fde81a760aba4882a4b8c8b5f32cfc17" width="1" height="1" /></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/738/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/738/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=738&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Schluss mit der Diskussion</title>
		<link>http://haltungstattposen.wordpress.com/2012/05/19/schluss-mit-der-diskussion/</link>
		<comments>http://haltungstattposen.wordpress.com/2012/05/19/schluss-mit-der-diskussion/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 19 May 2012 11:39:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA["Danke emanzipiert sind wir selber"]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Schröder]]></category>

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		<description><![CDATA[(Kolumne ursprünglich erschienen in der Taz vom 23. April) Kristina Schröders Werk „Danke, emanzipiert sind wir selber“ wurde auf allen Kanälen besprochen, ich habe es sogar gelesen – von Seite zu Seite mit wachsendem Erstaunen, dass sich da jemand, zumal eine Frauenministerin, mit solcher Verve an einem Klischee abarbeitet, das es so in der Realität [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=732&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>(Kolumne ursprünglich erschienen in der <a href="http://taz.de/Kolumne-Die-Farbe-Lila/!91996/" target="_blank">Taz vom 23. April</a>)</em></p>
<p style="text-align:justify;">Kristina Schröders Werk „Danke, emanzipiert sind wir selber“ wurde auf allen Kanälen besprochen, ich habe es sogar gelesen – von Seite zu Seite mit wachsendem Erstaunen, dass sich da jemand, zumal eine Frauenministerin, mit solcher Verve an einem Klischee abarbeitet, das es so in der Realität gar nicht mehr gibt. Denn Schröder sieht den Feminismus als verbissene Ideologie, als Ansammlung von herrschsüchtigen Frauen, die allen anderen Frauen am liebsten einen Regelkatalog vorlegen würden, nach dem sie zu leben haben. Wann haben Sie zum letzten Mal eine derart stalinistische Feministin getroffen? Ich kenne keine.</p>
<p style="text-align:justify;">Und ich bezweifle sogar, dass es sie in der Masse überhaupt jemals so gab – als Einzelpersonen vielleicht, Fundamentalisten gibt es in jeder Bewegung, aber die Masse der Frauenrechtlerinnen wollte einfach nur: notwendige gesellschaftliche Veränderungen. Dass sie andere, anders Gesinnte damit genervt haben mögen, kann ich mir gut und lebhaft vorstellen. Das ist heute nicht anders. Aber die Karikatur der biestigen Feministin wurde gezeichnet, um Frauenrechtlerinnen lächerlich zu machen und so auch andere Frauen davon abzuhalten, sich selbst diesem Spott auszusetzen.</p>
<p style="text-align:justify;">Eine Ministerin, die sich schon qua Amt mit der Geschichte, den Höhen und Tiefen der Emanzipationsbewegung und ihren Gegnern beschäftigen sollte, müsste genau das eigentlich auch erkennen. Es sei denn, sie will es nicht sehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ironischerweise fühle ich mich nun durch meine Frauenministerin ziemlich bevormundet, schreibt und sagt sie doch: Schluss mit dem Streit! Dabei ist Streit das einzige Mittel, das einem in einer Demokratie immer zur Verfügung stehen sollte. Nur durch Streit entwickelt sich eine Gesellschaft weiter. Was wäre das denn zum Beispiel bitte für ein Verteidigungsminister, der angesichts von Bundeswehreinsätzen und den Diskussionen darüber ein Buch veröffentlichte, dass nun endlich mal Schluss sein müsse mit der Debatte, ob Deutschland an diesem Krieg teilnehmen soll? Und der dieses Buch dann auch noch als rein private Angelegenheit verstanden haben will?</p>
<p style="text-align:justify;">Kristina Schröders Buch wäre nur als Kündigungsschreiben glaubwürdig. In der Realität dagegen sind längst nicht alle Geschlechterfragen geklärt. Und nein: Nicht alle Feministinnen sind Moralterroristinnen. Der Feminismus, den man heute im Alltag begegnet, ist entspannt, streitlustig, kreativ. Er kämpft mit Argumenten, weil Tomatenwerfen heute nicht mehr helfen würde. Moderne Feministinnen schreiben genauso lustig-bissige Blogs, wie sie Petitionen unterschreiben. Sie setzen sich mit Politikerinnen und Politikern genauso zusammen wie mit Schülerinnen, die wissen wollen, warum Jungs mit vielen Freundinnen cool und Mädchen mit vielen Freunden Schlampen sind. Sie streiten für Kitaplätze genauso wie für mehr Väterrechte.</p>
<p style="text-align:justify;">Meinetwegen ist der Feminismus nicht immer cool und nervt manchmal ungemein. Auch mich, wenn auch seltener als, sagen wir mal, die Frauenministerin. Aber vor allem er ist noch immer zu wichtig, als dass man ihn deswegen sein lassen könnte. Und jetzt: Schluss mit der Diskussion.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Dies ist die letzte Folge meiner Taz-Kolumne &#8220;Die Farbe Lila&#8221;.</em></p>
<p style="text-align:justify;"><em>Kristina Schröders Buch habe ich auch im Inforadio des RBB, im <a href="http://cdn-storage.br.de/mir-live/MUJIuUOVBwQIb71S/iw11MXTPbXPS/_2rc_71S/_-9S/9-g6/120418_1200_Tagesgespraech_Emanzipation.mp3" target="_blank">Tagesgespräch auf Bayern 2</a> und auf <a href="http://www.ndr.de/mediathek/index.html?media=audio111205" target="_blank">NDR Kultur</a> kommentiert.</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/732/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/732/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=732&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Augen zu und durch</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Mar 2012 13:36:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Alleinverdienermodell]]></category>
		<category><![CDATA[Altersarmut]]></category>
		<category><![CDATA[Minijobs]]></category>
		<category><![CDATA[Rente]]></category>
		<category><![CDATA[Teilzeit]]></category>

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		<description><![CDATA[(Kolumne ursprünglich erschienen in der Taz vom 26. März) Vor kurzem war ich für eine Veranstaltung in Frankreich, und als ich in Straßburg in den Zug nach Hause stieg, erfasste mich eine fröhliche Leichtigkeit. Ich hatte dort Frauen getroffen, die mich nicht merkwürdig fanden, obwohl ich mit Kind Vollzeit arbeite. Die Französinnen fanden das nicht [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=728&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>(Kolumne ursprünglich erschienen in der <a href="http://taz.de/Kolumne-Die-Farbe-Lila/!90320/" target="_blank">Taz vom 26. März</a>)</em></p>
<p style="text-align:justify;">Vor kurzem war ich für eine Veranstaltung in Frankreich, und als ich in Straßburg in den Zug nach Hause stieg, erfasste mich eine fröhliche Leichtigkeit. Ich hatte dort Frauen getroffen, die mich nicht merkwürdig fanden, obwohl ich mit Kind Vollzeit arbeite. Die Französinnen fanden das nicht der Rede wert, eher selbstverständlich, dass ein Kind seine Wochentage mit anderen Kindern und mit Erziehungsprofis verbringt. Die Mütter in meinem erweiterten Freundes- und Bekanntenkreis sehen das zum großen Teil anders.</p>
<p style="text-align:justify;">Komischerweise führe ich mit den gleichen Frauen Gespräche zum Beispiel über die Ungerechtigkeit, dass Frauen im Alter durchschnittlich nur 60 Prozent der Rente beziehen, die ein Mann bekommt. Ich traue mich dann kaum zu sagen, dass das auch daran liegt, dass sie weniger arbeiten und mehr bei den Kindern bleiben als ihre Partner. Und wer im Alter nicht dumm dastehen will, sollte in den Jahrzehnten davor gut für sich sorgen. Das muss nicht zwangsläufig heißen, sich wie ich für die Vollzeitberufstätigkeit entscheiden zu müssen – in Deutschland mit seinem schrägen Mutterbild wird das sowieso nie zur Regel werden.</p>
<p style="text-align:justify;">Aber wenn sich Paare heute gemeinsam dafür entscheiden, dass Er weiter Vollzeit arbeitet und Sie runter auf eine Teilzeitstelle oder sogar einen Minijob geht, sollten diese Frauen dabei auch an ihre Rente denken. Also bitte: Wenn ihr ein solch ungleiches Arrangement trefft, dann lasst euch von eurem Partner gefälligst die Rentenbeiträge zahlen. Männer geben im Durchschnitt zwischen 100 und 200 Euro monatlich in die Rentenkasse, Frauen zwischen 50 und 100 Euro.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Deal „Der Mann sorgt fürs Geld, die Frau für die Kinder“ betrifft eben nicht nur das Haushaltsgeld, sondern auch die Rente. Wenn Frauen sich durch für das Allein- oder Zuverdienermodell finanziell von ihren Partnern abhängig machen, wenn sie ihm den Rücken freihalten, sollten sie beim Thema Rente nicht so tun, als seien sie nur WG-Mitbewohnerinnen ihrer Männer und wer weniger verdient, zahlt halt weniger ein. Wenn sich die WG nämlich irgendwann auflöst, fallen diese Frauen durch das neue Unterhaltsrecht ins Bodenlose. Denn der Expartner muss sie jetzt nur noch so lange unterstützen, wie ein Kind unter drei Jahren in ihrem Haushalt lebt und kein Krippenplatz verfügbar ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Vor ein paar Wochen, am Internationalen Frauentag, hätte die zuständige Ministerin zwar Themen wie den 60-%-Missstand ansprechen können, aber sie zeichnete lieber zwei „Superväter“ aus. Als könnten einzelne Superpapas das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern beseitigen. Bei den meisten Beziehungen bleibt es dabei: Wenn Kinder kommen, pausieren Frauen im Job, und wenn jemand in der Familie pflegebedürftig wird, kümmern sich die Frauen. Die Bundesregierung gibt zwar zu, dass Altersarmut die Folge unterbrochener Erwerbsbiografien ist und dass ihr oberstes Politikziel eine dauerhafte Erwerbstätigkeit sei. Aber die Familienministerin ermuntert Paare trotzdem, bei diesen – natürlich ganz privaten – Entscheidungen das Alleinverdienermodell zu wählen, indem sie den Frauen 150 Euro Betreuungsgeld verspricht und am Ehegattensplitting festhält.</p>
<p style="text-align:justify;">Klar, 150 Euro kommen den Staat billiger als ein Krippenplatz. Und dass es später mal ein Problem geben könnte – nun ja, das ist eben später.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/728/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/728/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=728&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Das echte Leben da draußen</title>
		<link>http://haltungstattposen.wordpress.com/2012/03/05/das-echte-leben-da-draussen/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 11:56:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Familienfreundlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Topjobs]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinbarkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[(Kolumne ursprünglich erschienen in der Taz vom 27. Februar) Mein bester Freund, er macht Öffentlichkeitsarbeit in der Politik, hat einen Job angeboten bekommen – die Art von Job, die man vielleicht nur ein einziges Mal im Leben angeboten kriegt. Er rief mich an und hyperventilierte ins Telefon. &#8220;Das ist genau die Stelle, bei der ich [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=722&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>(Kolumne ursprünglich erschienen in der <a href="http://www.taz.de/Kolumne-die-Farbe-Lila/!88486/" target="_blank">Taz vom 27. Februar</a>)</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">Mein bester Freund, er macht Öffentlichkeitsarbeit in der Politik, hat einen Job angeboten bekommen – die Art von Job, die man vielleicht nur ein einziges Mal im Leben angeboten kriegt.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">Er rief mich an und hyperventilierte ins Telefon.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">&#8220;Das ist genau die Stelle, bei der ich all das machen kann und muss, was ich gut kann und gern machen will. Das ist ein Rie-sen-laden! Und anstatt wie jetzt einmal im Monat nach Stuttgart zu tingeln, fliege ich dann nach Genf und St. Petersburg, vielleicht nimmt mich mein neuer Chef sogar mal mit nach New York. New York! Das wäre der Wahnsinn! Vor allem müsste ich nicht mehr das Kleinklein hier machen, von dem ich nie weiß, ob es was nützt. Dann wäre ich direkt dran an den großen NGOs und würde auch mal sehen, ob ich überhaupt irgendetwas verändern kann.&#8221;</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">&#8220;Du musst diesen Job UNBEDINGT annehmen&#8221;, sagte ich. Am nächsten Tag traf ich seine Freundin. Sie war über das Angebot weit weniger begeistert.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">&#8220;Was ist los?&#8221;, fragte ich.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">&#8220;Wir versuchen gerade, ein Kind zu kriegen. Vielleicht bin ich schon schwanger, wer weiß. Und noch bevor ich einen Test machen kann, sagt mein Freund wohl einen Job zu, in dem er täglich zwölf Stunden arbeitet und jede Woche in irgendeine andere Stadt auf dieser Welt fliegt. Wenn kein Kind kommt, ist das okay, ich mache meinen Job, er macht seinen, und wenn wir uns sehen, verbringen wir eine schöne Zeit miteinander.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">Nur: Wenn eines kommt, kann nicht mehr jeder seinen Job machen, dann kann er nicht mal Elternzeit nehmen, das haben die ihm beim Vorstellungsgespräch gleich gesagt. Dabei war das ausgemacht: möglichst halbe-halbe und später dann beide ein bisschen runter mit den Arbeitsstunden. Damit wir beide was vom Kind haben und beide arbeiten können. Und jetzt dieser Superjob. Dieser Scheißjob. Da denkst du jahrelang gemeinsam nach, wie das Zusammenleben und vor allem später das Familienleben gleichberechtigt funktionieren soll. Und dann kommt so ein Angebot und du hast eine Woche Zeit, dir zu überlegen, ob du vielleicht all das über den Haufen werfen magst. Wenn er diesen Job annimmt und wir ein Kind kriegen, bin ich am Arsch. Dann hat er seinen Beruf und ich ein Kind.&#8221;</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">&#8220;Er darf ihn AUF KEINEN FALL annehmen&#8221;, sagte ich.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">Sie nickte. Dann sagte sie: &#8220;Aber weißt du, ich glaube, ich würde den Job sofort annehmen. Sofort. Deswegen kann ich ihm jetzt seine Chance auch nicht ausreden. Ginge es um mich, würden wir einen Deal machen: Erst habe ich karrieremäßig Vorfahrt und dann, in ein paar Jahren, eben er. Aber andersherum bin ich in ein paar Jahren die Mutti, die keiner mehr die Leiter hochlässt. Oder jedenfalls habe ich davor Angst. Und vor dem nächsten Schwangerschaftstest jetzt auch plötzlich.&#8221;</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">Ich sagte nichts mehr. Die Freundin des besten Freundes auch nicht.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">Wir standen noch ein bisschen in der Kälte herum, dann verabschiedeten wir uns und gingen unserer Wege, ich zum Bäcker und sie zurück nach Hause, in ihren kleinen, privaten Debattierclub. Kind oder Karriere? Oder beides für ihn?</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">Und ich fragte mich, was ich wohl tun würde. Und ob Chefs eigentlich ahnen, was sie ins Rollen bringen, wenn sie Männern diese Zwölf-Stunden-Jobs anbieten. Ob sie dabei manchmal an das Leben da draußen vor ihren Bürofenstern denken.</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/722/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/722/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=722&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Kleben Sie sich diese Kolumne auf&#8217;n Arsch</title>
		<link>http://haltungstattposen.wordpress.com/2012/01/31/kleben-sie-sich-diese-kolumne-aufn-arsch/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 09:29:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Konsumkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Cellulite]]></category>
		<category><![CDATA[Marketingcoup]]></category>
		<category><![CDATA[Schönheit]]></category>
		<category><![CDATA[Werbescheiß]]></category>

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		<description><![CDATA[(Kolumne ursprünglich erschienen in der Taz vom 30. Januar) Cellulite tut nicht weh. Sie stört nicht beim Laufen, auch nicht beim Kochen oder Fallschirmspringen. Sie riecht nicht. Sie schreit nicht. 98 von 100 Frauen auf dieser Welt haben Cellulite. Klingt schockierend, als würde man sagen: So gut wie alle Menschen haben Diabetes. Da muss man doch [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=716&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>(Kolumne ursprünglich erschienen in der <a href="http://taz.de/Kolumne-Die-Farbe-Lila/!86617/" target="_blank">Taz vom 30. Januar</a>)</em></p>
<p style="text-align:justify;">Cellulite tut nicht weh. Sie stört nicht beim Laufen, auch nicht beim Kochen oder Fallschirmspringen. Sie riecht nicht. <strong>Sie schreit nicht.</strong></p>
<p style="text-align:justify;">98 von 100 Frauen auf dieser Welt haben Cellulite.</p>
<p style="text-align:justify;">Klingt schockierend, als würde man sagen: So gut wie alle Menschen haben Diabetes. Da muss man doch was tun! Der Trick ist das Wort Cellulite. Klingt fast so wie Cellulitis (und wird gerne auch fälschlicherweise so bezeichnet), die bakterielle Entzündung des Unterhautgewebes. Die man nur loswird, indem man eine Menge Antibiotika schluckt.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein Marketingcoup ohne Vergleich also die <strong>&#8220;Erfindung&#8221; von Cellulite</strong> Anfang der 70er: Eine französische Ernährungsberaterin warb mit deren Behandlung, ungefähr zur gleichen Zeit warnte auch eine New Yorker Kosmetikerin, man müsse dieser &#8220;Kombination aus Fett, Wasser und toxischen Abbauprodukten Einhalt&#8221; gebieten. Ihre Definition der Cellulite ist wissenschaftlich gesehen: Quark.</p>
<p style="text-align:justify;">Zwei Frauen auf zwei Kontinenten entschieden sich also zur etwa gleichen Zeit dafür, dass Frauenkörper nicht mehr aussehen durften, wie sie aussahen, sondern dass da dringend was getan werden müsse.</p>
<p style="text-align:justify;">Exkurs Frauenkörperkunde: Weibliche Lederhaut ist weicher als männliche. Vor allem, weil sie eine <strong>schöne dicke Fettschicht</strong> hat. Kollagenfasern halten das alles zusammen und sind bei Frauen anders aufgebaut als bei Männern, weswegen die ziemlich selten Cellulite bekommen. Nur könnte sich deren Haut auch nicht mehrmals im Leben so dehnen, dass eine Riesenmelone darunter Platz hat.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Natur hat sich also durchaus was dabei gedacht, als sie die Kollagenfasern von Frauen parallel nebeneinander stapelte, anstatt sie zu einem dichten Netz zu flechten, wie sie es bei Männerhaut tat. Sie hat ganz offenbar nur nicht damit gerechnet, damit optische Schwierigkeiten auszulösen.</p>
<p style="text-align:justify;">Natürlich kann man niemanden daran hindern, seine Freizeit und sein Vermögen in den Kampf gegen etwas völlig Normales zu stecken. Geschätzte 6 Milliarden Dollar geben Frauen weltweit jedes Jahr für Anti-Cellulite-Behandlungen aus, für Cremes und Öle, für Massagen, für Bauch-Beine-Po-Programme, chirurgische Eingriffe und absurde Folterinstrumente.</p>
<p style="text-align:justify;">Die US-amerikanische Autorin Valerie Monroe machte den Selbsttest, eine Laserbehandlung, die angeblich gegen Cellulite helfen soll, und schrieb darüber. &#8220;Die Wahrheit ist: Ich wollte an mir herunterschauen und meinen Hintern am Tag meines Abschlussballs sehen. […] Zweimal pro Woche rollte eine junge Dame eine Maschine, die aussah wie R2D2, über meinen Hintern und meine Oberschenkel. Es fühlte sich an,<strong> als würde jemand meinen Arsch staubsaugen</strong>.&#8221;</p>
<p style="text-align:justify;">Wissenschaftler lachen sich über die von Anti-Cellulite-Tees und -Tabletten versprochene &#8220;Entschlackung&#8221; kaputt. Was die Käuferinnen nicht interessiert. Apropos: Ich schwöre Ihnen, wenn Sie diese Kolumne ausdrucken, fest auf die befallenen Stellen pressen und zweimal den Erlkönig aufsagen, einmal vorwärts und einmal rückwärts, erzielen Sie so hervorragende Effekte wie mit einem Eimer überteuerter Creme.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich stelle diesen Text auch gerne noch einmal per Post zu – gegen ein kleines Entgelt, versteht sich. Glauben Sie mir, er hilft gegen diese Dellen im <del>Hirn</del> Hintern.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/716/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/716/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=716&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>2012 weniger essen? Laaangweilig!</title>
		<link>http://haltungstattposen.wordpress.com/2012/01/09/2012-weniger-essen-laaangweilig/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 17:59:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Diäten]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrgeiz]]></category>
		<category><![CDATA[Gute Vorsätze]]></category>

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		<description><![CDATA[(Diese Kolumne erschien zuerst in der Taz vom 2. Januar.) Jetzt sind sie wieder da, die Abnehmvorsätze. Wie jedes Jahr. Immer wieder die gleichen ganz und gar unerfreulichen Szenen: Freundinnen und manchmal auch nur entfernte Bekannte kneifen sich in den Hüftspeck oder klopfen auf gewölbte Bäuche und erzählen, es müsse in den kommenden Wochen kürzergetreten [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=710&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>(Diese Kolumne erschien zuerst in der </em><a href="http://taz.de/Kolumne-Die-Farbe-Lila/!84735/" target="_blank">Taz</a><em><a href="http://taz.de/Kolumne-Die-Farbe-Lila/!84735/" target="_blank"> vom 2. Januar</a>.)</em></p>
<p style="text-align:justify;">Jetzt sind sie wieder da, die Abnehmvorsätze. Wie jedes Jahr. Immer wieder die gleichen ganz und gar unerfreulichen Szenen: Freundinnen und manchmal auch nur entfernte Bekannte <strong>kneifen sich in den Hüftspeck</strong> oder klopfen auf gewölbte Bäuche und erzählen, es müsse in den kommenden Wochen kürzergetreten werden. Ich versuche dann mitfühlend zu schauen, aber meistens gelingt es mir nicht. Ich will mit diesem Quatsch einfach nur in Ruhe gelassen werden, und ich fürchte, das merkt man mir an.</p>
<p style="text-align:justify;">Allein schon gute Vorsätze nerven, weil jeder weiß, dass sie doch nicht eingehalten werden. Und Diätpläne nerven noch mal extra, weil ihre Existenz bedeutet, dass wieder eine Frau im neuen Jahr ihre <strong>Zeit und Energie aufs Abnehmen und Schönsein verschwendet</strong>. Ich wünschte, auch nur drei Frauen würden mir von ihrem guten Vorsatz erzählen, sich endlich besser durchzusetzen, sich politisch zu engagieren oder vom Chef mehr Geld zu fordern. Stattdessen: Zwei Kilo weniger, öfter zum Sport, weniger Zucker und Alkohol. Laaaangweilig!</p>
<p style="text-align:justify;">Dabei sind Frauen nicht weniger ehrgeizig als Männer, auch wenn gern so getan wird. Allgemein wird von Frauen Bescheidenheit erwartet und Ehrgeiz wird oft mit giftigen Sprüchen – von Männern wie von Frauen oder sogar: vor allem von Frauen – kommentiert. Eine Frau, die offen zugibt, erfolgreich sein zu wollen, Macht haben zu wollen, einen gut bezahlten Job mit Einfluss, ist vielen Menschen immer noch suspekt. <strong>Mannweibalarm.</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Die meisten Frauen sagen deshalb gern, Macht und Ehrgeiz seien nicht erstrebenswert, ja sie gehen noch weiter und behaupten, beides versaue den Charakter. Nur lässt sich so eine natürliche Regung nicht einfach wegreden. Wohin also damit? Da Frauen vor allem immer noch an ihrem Äußeren gemessen werden und sich selbst gegenseitig daran messen, stecken viel zu viele ihren verleugneten Ehrgeiz in Figur und Aussehen. Sie planen Diäten so akribisch wie Männer ihre nächsten Karriereschritte. Sie stecken so viel Geld in Kosmetikprodukte, wie Männer für Statussymbole ausgeben, und verbringen so viel Zeit mit ihrer Körper- wie Männer mit der Kontaktpflege.</p>
<p style="text-align:justify;">Es geht ihnen immer wieder darum, sich zu optimieren und sich &#8220;im Griff&#8221; zu haben, unter Kontrolle. Bloß nicht zu viel essen!</p>
<p style="text-align:justify;">Zwischendurch darf zwar auch mal mit ein paar Plätzchen &#8220;gesündigt&#8221; werden, aber dann bitte auch baldmöglichst die Weihnachtskilos wieder abstrampeln! Diese Optimierungssucht, den ständigen Drang, die Dinge verändern und verbessern zu können, ließe sich ziemlich gut und selbstbewusstseinsfördernd in anderen Bereichen, im Beruf, in der Politik oder im Vereinsleben einbringen. Der Kampf gegen noch so jede kleine &#8220;Problemzone&#8221; des eigenen Körpers führt dagegen einfach nur zu <strong>Essstörungen. Und zu Selbsthass.</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Während der Weihnachtsfeiertage blätterte ich mit meiner Mutter durch alte Fotoalben. Mama im knappen Kleid in den Sechzigern, Mama am Strand in den Siebzigern, Mama in Röhrenjeans in den Achtzigern. Sie sah die Bilder an und sagte: &#8220;Mann, sah ich gut aus. Wenn ich daran denke, wie oft ich mich zu dick fand, wie viele Diäten ich im Laufe der Jahre gemacht habe. Was für eine Zeitverschwendung!&#8221;<br />
<strong>Kluge Mutter.</strong><br />
Schönes Neues!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/710/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/710/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=710&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die lustigste Frau Deutschlands</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 11:58:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>haltungstattposen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Betreuungsgeld]]></category>
		<category><![CDATA[Ehegattensplitting]]></category>
		<category><![CDATA[Emanzipation]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenleben]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>

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		<description><![CDATA[(Kolumne ursprünglich erschienen in der Taz vom 5. Dezember) Seit Tagen liege ich als Matsch im Bett und warte darauf, gesund zu werden. Gestern ging es endlich bergauf, denn ich hatte unterhaltsame Lektüre: Den Vorschaukatalog des Piper-Verlags, in dem für April Kristina Schröders erstes Buch angekündigt wird. &#8220;Danke, emanzipiert sind wir selber!&#8221; heißt es. Sollte [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=704&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em>(Kolumne ursprünglich erschienen in der <a href="http://taz.de/Kolumne-Die-Farbe-Lila/!83058/" target="_blank">Taz vom 5. Dezember</a>)</em></p>
<p style="text-align:justify;">Seit Tagen liege ich als Matsch im Bett und warte darauf, gesund zu werden. Gestern ging es endlich bergauf, denn ich hatte unterhaltsame Lektüre: Den Vorschaukatalog des Piper-Verlags, in dem für April Kristina Schröders erstes Buch angekündigt wird. <strong>&#8220;Danke, emanzipiert sind wir selber!&#8221;</strong> heißt es. Sollte ich im April wieder krank sein, werde ich es mir kaufen; man hört doch ständig, Lachen sei die beste Medizin.</p>
<p style="text-align:justify;">Schon der Vorschautext bringt das Zwerchfell zum Vibrieren: &#8220;Frauen sollen endlich frei entscheiden können, wie sie leben wollen&#8221;, steht dort. Angesichts ihres bisherigen Versagens im Kampf gegen fehlende Krippenplätze, unflexible Unternehmen und den deutschen Muttermythos ist dieser Satz von unserer Familien- und Frauenministerin schon reichlich &#8211; nun ja: interessant.</p>
<p style="text-align:justify;">Klar sollen wir Frauen uns endlich frei entscheiden können. Nur: Was hat Schröder damit zu tun? Und dann gehts los. Erst mal schön provozieren, damit sich die 50.000 Bücher der ersten Auflage zackig verkaufen: &#8220;Feministinnen wie Alice Schwarzer und Strukturkonservative wie Eva Herman haben eines gemeinsam: Sie wissen genau, wie <strong>das richtige Frauenleben</strong> auszusehen hat. ,Hört auf damit!&#8217;, sagt Kristina Schröder. &#8220;Wir brauchen keine Rollendiktate.&#8217;&#8221;</p>
<p style="text-align:justify;">Mal kurz nachdenken: Welches Frauenleben subventioniert die Politik noch mal? Es gibt das Ehegattensplitting und es soll in Zukunft hundert Euro Begrüßungs-, ach nein, Betreuungsgeld für Frauen geben, die für den Nachwuchs ihren Job aufgeben. Oder aufgeben müssen, weil das Kind, leider leider, keinen Betreuungsplatz bekommen hat oder weil der Platz mehr kostet als über eine Teilzeitstelle finanzierbar wäre.</p>
<p style="text-align:justify;">Hm, eigentlich wären das doch auch Baustellen für eine Familienministerin. Vielleicht führt ja Schröders Biografie zu mehr Empathie? Die Werbung für ihr Buch macht klar: <strong>Nö.</strong> &#8220;Kristina Schröder hat Karriere gemacht und gerade ein Kind bekommen. Steht sie deshalb für ein Leitbild, an dem junge Frauen sich orientieren sollen? Nein, sagt sie, die Frauen von heute brauchen keine Leitbilder!&#8221;</p>
<p style="text-align:justify;">Na gut, verrät uns wieder niemand, wie das mit Kind, Job, Liebe und Leben eigentlich hinhauen soll, erst recht nicht die zuständige Ministerin. Und, ähem, ich fände ein paar neue Leitbilder eigentlich ganz schön. Das einzige momentane Leitbild, die deutsche Supermutter, geht mir nämlich gewaltig auf die Nerven.</p>
<p style="text-align:justify;">Am Ende des Piper-Vorschautextes suchte ich vergebens nach einem Ironie-Hinweis und wartete kurz, ob sich so etwas wie Verstehen bei mir einstellen wollte. Vielmehr musste ich lachen. Es ist ja auch zu absurd: Die meint das ernst. Klar, die meint ja auch die Herdprämie ernst. Ein Wort, bei dem ich immer nur mit dem Kopf auf die Tischplatte hauen möchte &#8211; was allerdings meinen gesundheitlichen Zustand eher verschlechtern würde. Und daran habe gerade kein Interesse.</p>
<p style="text-align:justify;">Also lache ich lieber weiter und wünsche mir ganz ganz fest, dass Schröders Wahlfreiheit auch mich ereilt, vielleicht in Gestalt einer Zusage für einen Krippenplatz. <strong>Möglicherweise hilft Wünschen</strong> doch. Ist ja bald Weihnachten.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/haltungstattposen.wordpress.com/704/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/haltungstattposen.wordpress.com/704/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=haltungstattposen.wordpress.com&#038;blog=11527541&#038;post=704&#038;subd=haltungstattposen&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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