Vor ein paar Wochen habe ich mit der US-amerikanischen Buchautorin Liz Perle über Frauen und ihr Verhältnis zu Geld gesprochen, das Interview ist jetzt im Magazin Season erschienen, das seit einer Woche am Kiosk liegt. Unter anderem sprachen wir darüber, welche Rollen Frauen und Männern in Sachen Geld zugeschrieben wird und warum der Begriff “Fürsorge” neu definiert werden muss:
Ein zentraler Satz in Ihrem Buch „Money, A Memoir“ lautet: „Frauen reden mehr über Sex als über ihr Einkommen oder ihre Einkaufsgewohnheiten.“ Warum ist das so?
Dahinter stecken Jahre über Jahre der Abhängigkeit von männlichem Status und männlichem Geld. Und wenn unsere Gesellschaft Frauen immer wieder für ihre Sexyness lobt, Männer dagegen für ihre Fähigkeiten, Geld zu machen, prägt das die Geschlechter. Seit dem Viktorianischen Zeitalter werden Frauen dazu erzogen, Immaterielles stets höher als Geld zu bewerten – oder zumindest so zu tun. Heute können Frauen auch deshalb über Sex sprechen, weil es die sexuelle Befreiung in den 60er Jahren gab. Aber es gab keine „finanzielle Befreiung“, die das Reden über Geld für Frauen okay gemacht hätte.
Aber seitdem hat sich doch einiges getan.
Männlicher Erfolg hat nach wie vor sehr viel mit Geld zu tun, während weiblicher Erfolg noch immer über Fürsorge und Attraktivität definiert wird. Jedes Jahr vor dem Valentinstag sehe ich fassungslos die Werbung eines amerikanischen
Juweliers: Ein kleines Mädchen schaut sehnsuchtsvoll eine Diamantenkette an, die ihr Vater ihrer Mutter schenkt. Das
ist also das Bild, das wir unseren Töchtern mitgeben: Erfolg ist, deinen Mann dazu zu bringen, dir Diamanten zu schenken. Deshalb investieren Frauen in den Bereich, von dem sie die höchste Rendite erwarten: ihr Aussehen. In Schuhe, Klamotten, Kosmetikprodukte.
(…)
In Deutschland verdient jede zehnte Frau mehr als ihr Mann. Merkwürdig, dass solche Veränderungen kaum Einfluss auf die mediale Darstellung von Frauen und Männern haben. Werbeagenturen bedienen offenbar lieber Klischees.
Dabei ist wirklich interessant, was da passiert. Viele Frauen müssen plötzlich gut verhandeln, weil sie für ihre Familien sorgen müssen – ein Einkommen reicht doch heute in kaum einer Familie. Das könnte die Regeln neu schreiben und weibliche Fürsorge neu definieren: Wenn Frauen ihre Familien lieben, müssen sie sich für Geld interessieren und versuchen, genug Geld nach Hause zu bringen. (…)
Das ganze Interview gibt es wie gesagt in der aktuellen Ausgabe von Season, die so aussieht. Und Liz Perles Buch “Money, A Memoir” ist 2006 bei Henry Holt & Company erschienen.







